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Pressestimmen zu Klaus Koenig

Index:

1. Jazz Live Trio
2. Seven Things
3. Jazz Live Trio mit Solisten
4. Magog
5. Jazz&Lyrik
6. Piano solo
7. Gogam
8. Magog Zwei
9. Jazz&Klassik




1. Jazz Live Trio



Besprechung CD Night Thoughts Jazz'N'More Juli 2017 (Reiner Kobe).pdf
Besprechung CD Night ThoughtsJazz'halo Juli 2017 (Jean-Pierre Goffin).pdf
Artikel Neue Zürcher Zeitung zu 50 Jahren Jazz Live Trio.pdf
Der Landbote (Tom Gsteiger) Januar 2015
Artikel Neue Zürcher Zeitung zu 50 Jahren Jazz Live Trio.pdf
Artikel Mittelland-Zeitung zu 50 Jahren Jazz Live Trio.pdf
Artikel Der Landbote und Zürichsee-Zeitung zu 50 Jahren Jazz Live Trio.pdf
Artikel Kultur-tipp zu 50 Jahren Jazz Live Trio.pdf


Musik an sich - zur CD "Night Thoughts" 15.6.2017
"Seven Things I Always Wanted To Say", so lautete der Titel der Platte aus dem letztjährigen Oktober, aufgenommen als Quintett. Heute gibt es nur das Trio, ohne die Blasinstrumente, und daher ist die Musik auch ein wenig anders. Genau mit diesem Jazz Live Trio begleitete der Pianist Klaus Koenig seit den sechziger Jahren zahlreiche namhafte Solisten. Nach erkrankungsbedingter Pause musiziert der Künstler seit 2012/1013 wieder verstärkt.
Wie schon in der Quintett-Besetzung ist die Musik sehr professionell eingespielt worden, inklusive des Wechsels verschiedener Stimmungen, auch schon einmal spontan innerhalb eines Songs. Alle drei Musiker sind perfekt aufeinander eingestellt, Strukturen verändern sich wie selbstverständlich, plötzlich überlassen Bass und Schlagzeug dem Piano ganz allein das Feld, ein gutes Beispiel ist "Ballata Per Tre". Neben dieser Ballade gibt es auch im Tempo angezogene Stücke, im Wechsel.
Wirklich ganz wunderschön und von mir als Anspieltipp hervorzuheben ist das auch sehr langsame und romantische "Night Thoughts". Hier kann man sich wunderbar fallen und den Gedanken, zum Beispiel an die Nacht, freien Lauf lassen. "Café de la Renaissance" swingt dann wieder grossartig, und nicht nur Assoziationen zu Bill Evans und seinen grossartigen Trio-Formationen werden hier wach. Ganz wunderschön mit dem Akzent auf dem gestrichenen Bass ist "Song For Gianni".
Für alle Songs gilt, dass die hier gemeinsam agierenden Mitspieler aus verschiedenen Generationen brillant miteinander harmonieren, sozusagen generationsübergreifend.
Urteil: Sehr empfehlenswert. (Wolfgang Gieselaus, Juni 2017)

Die Wiedergeburt eines Pianisten
Klaus Koenig, einer der elder statesmen unter den Schweizer Jazzmusikern, hat viele Verdienste. Als Tonmeister von Radio DRS 19162 nach Zürich gekommen, gründete der im Jazz wie in der Klassik gleichermassen behände Pianist 1964 das „Jazz Live Trio“, das mehr als 20 Jahre Bestand hatte . Es wurde hauptsächlich als Rhythmusgruppe für zahllose Gastsolisten eine eigentliche Institution (am Bass meist Peter Frei, am Schlagzeug Peter Schmidlin), mit denen in der Konzertreihe „Jazz Live“ in über 100 Live-Übertragungen eine eigentliche Anthologie der europäischen Jazzszene entstand. Zudem war das Trio die Kernzelle der wohl eigenwilligsten Schweizer Formation der siebziger Jahre, MAGOG. Koenig verkörpert so etwas wie die Unteilbarkeit der Musik, im stilistischen Sinn ebenso wie hinsichtlich der Parallele zwischen seinem technisch- tonmeisterlichen und seinem künstlerisch kreativen Engagement. Bewundernswert ist indes vor allem die Hartnäckigkeit, mit der es seine pianistische Wiedergeburt betrieb. 1997 erkrankte er nämlich beidhändig an einer funktionalen Dystonie, einer Disfunktion der Handmuskeln. Er kämpfte sich über jahrlange Therapien und unermüdliches Üben zurück, bis er 2012/13 sozusagen mit seinen Enkeln, Patrick Sommer am Bass und Andi Wettstein am Schlagzeug eine neue Ausgabe des Trios gründen konnte, und, erweitert um die Bläser Daniel Schenker und Christoph Merki, das Quintett „Seven Things“. Zu sagen, Koenig sei wieder ganz der Alte, wäre untertrieben. Er hat sich neu erfunden. Nicht anders als der legendäre Horace Parlan, der aus der Behinderung seiner Rechten einen unverwechselbar persönlichen Klavierstil entwickelte, gewinnt Klaus Koenig aus dem Handicap eine Verdichtung seiner Musik. Seine erste Produktion „Nausikaa“ ist eine eindrückliche Trio-CD mit lauter schönen Originals, einem integrierten geschlossenen Gruppensound, trotz Koenigs gelegentlicher Lust zum Selbstgespräch in romantisierend rauschenden Präludien und Codas. Der Widerstand, gegen den solche Geläufigkeit erkämpft wird, ist produktiv, aber im Resultat nicht hörbar. (Peter Rüedi: Weltwoche 9. 4. 2015).
Klaus Koenig: Jazz Live Trio. Nausikaa. TCB 32502

Gemeinschaftsleistungen über zwei Generationen
Ein guter Pianist ist ein guter Pianist. Die Finger sind ja nur ein Teil, wichtiger ist der Kopf, und der funktioniert bei Klaus Koenig (78) hervorragend. Nach einer ersten erfolgreichen Pianistenkarriere bis in die 90er Jahre und fünfzehn Jahren Dystonie, einer neurologischen Erkrankung der Hände, startete Klaus Koenig vor einem Jahr seine zweite Karriere. Ein Resultat davon ist das äusserst gelungene Trio-Album "Nausikaa". Koenigs Hände sind nicht völlig geheilt. Was sie nicht mehr leisten können, übernimmt das brillante junge Rhythmusgespann Patrick Sommer (Bass) und Andi Wettstein (Schlagzeug). Und ja eben: Koenigs Kopf. Das ist mehr als genug. Beat Blaser. (Schweiz am Sonntag, 1. 3. 2015). (Der Rezensent hat die CD mit vier Sternen bewertet).

Nausikaa Jazz Live Trio (TCB 32502)
Das Jazz Live Trio entstammt den Vorzeiten des Radios, als die Sendeanstalten noch kleine Jazzbands beschäftigten, die sie mit internationalen Spitzenstars für ihre Jazzsendungen zusammen brachten. Klaus Koenig, Jahrgang 1936, leitete eines solche Formation, eben das Jazz Live Trio, von 1962 bis 1982 - dann stellte das Studio Zürich des Schweizer Radios SRF die Reihe ein. Bis 1997 hielt er das Trio weiter am Leben, dann hinderte ihn eine fokale Dystonie beider Hände, umgangssprachlich "Musikerkrampf" genannt, an der Weiterarbeit. Nun hat er die Krankheit so weit überwunden, dass er ein Comeback einleiten konnte: zunächst mit der Band "Seven Things", und nun auch mit seinem Trio, dessen Mitglieder seine Enkel sein könnten... Insgesamt acht Titel umfasst die Disc. Die schwingen und swingen so gelassen, wie es die Tradition der Klaviertrios vor E.S.T. entspricht. Wie die drei die Themen behandeln, wie sie diese zergliedern, Teile weiter verwenden, Brüche einbauen, hat wenig mit der amerikanischen Tradition zu tun. Dies ist zutiefst europäisch. (Werner Stiefele. Rondo 13. 03. 2015). (Der Rezensent hat dem Album vier Sterne gegeben).

Jazz Live Trio: Nausikaa
50 Jahre alt ist das Jazz Live Trio im letzten Jahr geworden. Das war nicht unbedingt zu erwarten, denn eine Dystonie in den Händen hat es dem Pianisten Klaus Koenig Ende der 90er Jahre unmöglich gemacht, sein Instrument zu spielen. Doch dem Mann konnte geholfen werden, und so greift Koenig auf "Nausikaa" mit neuen, jungen Mitstreitern wieder an. Vom legendären Ruf der Band als Begleiter internationaler Stars will man gar nicht mehr viel wissen - das Jazz Live Trio will als eigenständige Kraft wahrgenommen werden. Besonders Bassist Patrick Sommer kann mit dem Routinier Koenig mithalten und besticht durch schöne Soli, etwa in "Taubengrau", aber auch in der elegischen Ballade "It Never Ends". Hier wird bestimmt nicht das Piano-Trio neu erfunden - und das soll es auch gar nicht. Stattdessen ist "Nausikaa" ein entspanntes Treffen der Generationen, und so kann man den Titel "It Never Ends" auch als frommen Wunsch verstehen. rt. (JazzThing 3/15).

Jazz Live Trio: "Nausikaa" (TCB 32502) + Seven Things: "Piazza Rotonda" (TCB 33102)
"Mache die Dinge so einfach wie möglich - aber nicht einfacher". Einsteins Zitat trifft bei diesem Pianisten ins Schwarze. Was andere mit zehn geschmeidigen Fingern nicht schaffen, gelingt dem Jazz- Live-Trio-Koenig nach 15-jähriger Zwangspause sozusagen mit sechssiebenachtel Fingern. Seine Konzentration auf das Wesentliche offenbart, wie sinnlich pianistische Ökonomie doch klingen kann. Dabei wirkt sein Spiel zu keinem Zeitpunkt reduziert oder mit billigen Effekten in Szene gesetzt. Sowohl live als auch auf CD bereitet das grosses Hörvergnügen, zumal Koenigs zeitlose Kompositionen - von feinen Balladen über vorwärts treibende Powerstücke bis zu Klangexperimenten - so auf seine jüngeren Partner zugeschnitten sind, dass ihr Spiel gleichermassen zur Geltung kommt. Sommer und Wettstein brillieren im Trio-Interplay wie in ihren Soli und im grösseren Format. Dort wird die Musik durch Merkis expressives Altsaxophon und Schenker als einem der virtuosesten Trompeter des Landes tatsächlich noch eine Stufe intensiver. Und Koenigs hohe Schule der Begleitung, bewiesen in 111 Jazz-Live-Konzerten mit weltberühmten Solisten, zeigt sich sensibel und wach wie einst im Mai. JazzNMore 02/2015,sr. Der Rezensent hat der CD "Nausikaa" vier, der CD "Piazza Rotonda" die Höchstzahl von fünf Sternen gegeben.

"Nausikaa" (TCB 32502)"
Notwendigerweise mit einer anderen Musik als früher", wie er im Booklet seiner neuen CD schreibt, tritt Klaus Koenig mit seinem Jazz Live Trio wieder an die Öffentlichkeit. Acht Kompositionen hat der in Zürich lebende, 1936 in Braunschweig geborene Pianist seinem Trio mit dem Bassisten Patrick Sommer und dem Schlagzeuger Andi Wettstein auf den Leib geschrieben. Das zwischen leisem Kammer-Jazz und Romantik pendelnde Trio verfolgt mit Balladen und zwischendurch schnelleren Stücken....einen eigenen Stil, der nie vorgibt, in die Fussstapfen von e.s.t. zu treten oder aktuelle Piano-Trios wie zum Beispiel Tingvall nachzuahmen. Koenig, der nach 15-jähriger Unterbrechung infolge einer Dystonie seit zwei Jahren allmählich wieder zu alter Kraft zurückfindet....Sein Spiel treibt durchaus nach vorn, wagt gar Experimentelles auf "Gog's Dreams" schliesslich. Zu hören ist irritierende Geräuschmusik, die die Resonanzmöglichkeiten des grossen Steinway-D-Flügels besonnen erforscht. Mit diesem Solo-Stück erinnert Klaus Koenig an die grosse Zeit, die er in den 70er Jahren mit der zum Sextett erweiterten Avantgarde-Band Magog hatte. (Reiner Kobe, Jazz Podium 2/2015).

3. Dezember 2012: Jazz Live Trio
Sie ist sehr beeindruckend, die Liste der Musiker, mit denen Klaus Koenig mit seinem Jazz Live Trio CD-Aufnahmen gemacht hat: Phil Woods, Johnny Griffin, Dexter Gordon, Clark Terry, Enrico Rava...., you name it!
Der 1936 in Braunschweig geborene Koenig ist eine mit allen Wassern gewaschene Hoheit des subtilen Klavierjazz. Ein erfahrener Musiker, der mit Patrick Sommer einen vielseitigen Bassisten (der übrigens viele Jahre Saxophon gespielt hat) als soliden Anker im Boot hat. Andi Wettstein ist ein charmanter bunter Hund....Ein Drummer mit Schalk, ungeheuerlichem Drive, der immer für eine Überraschung gut ist.
Lange ist es her, seit wir das letzte Mal Klaus Koenig mit dem Jazz Live Trio hören konnten - wir freuen uns, dass er wieder unterwegs ist! Welcome back, Klaus! (Jazzclub Baden).

....Koenig ist nicht nur ein blendender Techniker und ein hervorragender Begleiter, sondern auch ein exzellenter Komponist und Solist. Seine Improvisationen gehen von relativ einfachen Strukturen aus, führen aber in sehr freie Gefilde und imponieren durch raumfüllende Klangintensität. Immer wieder berührt Koenig in seinen Klangskulpturen die Grauzone zwischen Jazz und E-Musik. (Neue Zürcher Zeitung).

....Die Musik des Jazz Live Trios wirkt vielleicht deshalb so stark und in sich konsequent, weil Jazz hier aus dem vollen Bewusstsein europäischer Musikkultur heraus konzipiert und gespielt wird und so auch dem klassisch orientierten Ohr manche Einstiegshilfe geboten wird. (Tages-Anzeiger, Zürich).

....Über das technische und gestalterische Können des Jazz Live Trios lassen sich nur Worte höchsten Lobes finden. Dankbar war man über die kommentierenden Einführungen von Klaus Koenig. (Der Oberthurgauer, 5. 5. 1976)

....Gleichzeitig hat sich vor allem Klaus Koenig zu einer musikalischen Reife entwickelt, die zu dem ihm eigenen Charakterstil geführt hat…Koenig spielte seinen eigenen, äusserst virtuosen Stil hervorragend; am ehesten noch vergleichbar mit dem feingliedrigen, überlegten Spiel von Bill Evans. (Anzeiger, Uster)

....Una sorte migliore per mera questione di qualità dei suoni, è toccata al Jazz Live Trio di Zurigo. Il pianista Klaus Koenig – oggi pervenuto a un livello artistico di valore mondiale – il contrabassista Peter Frei e il batterista Peter Schmidlin hanno offerto le sequenze più convincenti di tutto il concerto. (IL Giornale, Milano,13. 3. 1976).

....Il Jazz Live Trio è di altra estrazione. Si sente la « cultura » dei suoi componenti e principalmente del pianista Koenig che non disdegna i riferimenti alla music contemporanea, nei suoi passaggi al pianoforte con una punta di fredezza « nordica ». (L’Eco di Bergamo, 13. 3. 1976).

Koenig è oggi considerato tra i più forti pianisti d’Europa e la sua venuta a Roma è da considerarsi un avvenimento importante perché da occasione al jazzfan di approfondire la sua conoscenza del jazz europeo…(Il Tempo, Roma, April 1979).

Das Zürcher Jazz Live Trio des Pianisten und Komponisten Klaus Koenig zählt sicher zu den am längsten existierenden Piano-Trios des europäischen und des New Jazz. Dass es nach all den langen Jahren nie in leere Routine erstarrte, nie langweilig oder klischeehaft klang, sondern immer neu überraschen kann, mit anspruchsvoll und intelligent konzipierter Thematik, Melodik, Harmonik und Rhythmik wie auch mit swingendem Drive Kopf und Bauch gleichermassen anzusprechen weiss, das ist das Phänomenale dieses Trios. (Tages-Anzeiger, Zürich).

Sabato sara il volto del Jazz Live Trio di Zurigo, sicuramente la formazione più rappresentativa di tutta la manifestazione, grazie allo stesso Klaus Koenig, pianista tedesco con alle spalle una lunga esperienza, tanto da essere definito dalla critica uno dei maggiori pianisti jazz in campo europeo. (Jazz Festival Terra del Sole, 25. 8. 1989). (Quelle unbekannt).

Mit dem Jazz Live Trio ist es gelungen, das wohl zur Zeit bedeutendste Schweizer Jazztrio zu verpflichten…Klaus Koenig ist dafür bekannt, dass er seinem individuellen Pianojazz weder ein schematisches Stilmuster noch eine historische Entwicklungsstufe kopiert, sondern mit eigenen Mitteln an heute erreichte Möglichkeiten anknüpft.
(Der Landbote, Bülach).

....Wie Klaus Koenig am Flügel, Peter Frei am Bass und Nick Liebmann am Schlagzeug zum musikalischen Gespräch fanden, war ein Erlebnis. Koenigs Interpretationen, die Innigkeit und Dichte an die Stelle virtuoser Prachtentfaltung setzen, sind etwas Eigenes. (Neue Zürcher Zeitung).

....Per concludere diremo che il concerto del Jazz Live Trio a Melide è stato stupendo. (26. 7. 1986) (Quelle unbekannt).

....Das Jazz Live Trio gehört seit Jahrzehnten zu den swingendsten, professionellsten und musikalisch anspruchsvollsten Modern-Jazz-Ensembles der Schweiz, nicht zuletzt auch dank Koenigs harmonisch und rhythmisch intelligent konzipierten Kompositionen. (Tages-Anzeiger, Zürich)


Das Jazz Live Trio im Tramdepot Tiefenbrunnen, 30.3.1979;
Klaus Koenig (Piano), Peter Frei (Bass) und Pierre Favre (Schlagzeug).




2. Seven Things



Artikel Jazz Onlinemagazin Rondo Mai 2014.pdf
Artikel Jazz Thing Juni 2014.pdf


Ecken und Kanten werden ausgeleuchtet
Das jazz live trio – Seven Things im "bird’s eye" in Basel .
Mit seinem jazz live trio begleitete Klaus Koenig fast 20 Jahre lang zahlreiche Größen des internationalen Jazz. Seit drei Jahren ist der begnadete deutsche Pianist, der seit mehr als 50 Jahren in Zürich lebt und neuerdings einen Schweizer Pass in der Tasche hat, nach 14- jähriger Zwangspause, bedingt durch eine Krankheit seiner Hände, in der Szene zurück. In Zürich feierte er vergangenes Jahr ein grandioses Comeback mit einem neu formierten Trio, zu dem sich der 78-Jährige mit jungen Schweizer Musikern, die seine Enkel sein könnten, zusammengetan hat. Gelegentlich nimmt Koenig, neuen Formen nicht abgeneigt, noch zwei Bläser hinzu, um seine neuen Kompositionen mit neuem Feuer anzufachen.
Das zu Seven Things erweiterte jazz live trio gastierte jetzt in der "unverwechselbar schönen Stadt Basel", so Koenig in seiner Ansage, an zwei Abenden im "bird’s eye". Der außergewöhnlich gut besuchte Jazz-Club nahm das neu-alte Trio mit offenen Armen und viel Applaus auf. Zu Recht, denn Klaus Koenig machte keinerlei Anstalten, sich auf verdienten Lorbeeren auszuruhen. Sein Klavierspiel ist von swingender Geläufigkeit weit entfernt, verliert sich nie in Beliebigkeit, schielt nie nach Effekten, ist im Grunde unspektakulär, doch von hohem Tiefgang.
Alles andere als stromlinienförmig werden Ecken und Kanten ausgeleuchtet, bewusst auch Brüche riskiert. Sie schaffen Freiräume für die Mitspieler: Patrick Sommer am Bass und Andi Wettstein am Schlagzeug, geben teils ein immens swingendes Rhythmusgespann ab, teils wissen sie sich auch solistisch zu inszenieren. Vor allem Wettstein versteht es vorzüglich mit den Trommeln umzugehen. Mal lässt er sie hemmungslos tanzen, mal nimmt er sie mit leisen Beckenschlägen an die Kandare. Die beiden Youngster begeistern durch unglaubliche Präzision und nie nachlassende Aufmerksamkeit. Das zwischen Hardbop, leisem Kammer- Jazz und Romantik pendelnde Trio verfolgt mit Balladen und zwischendurch schnelleren Stücken im mid tempo einen eigenen Stil, der nie vorgibt, in die Fußstapfen von e.s.t zu treten oder aktuelle Piano-Trios wie zum Beispiel Tingvall nachzuahmen.
Wenn die beiden Bläser zu "Seven Things" hinzukommen, ändert sich die Szenerie fast schlagartig. Koenigs Kompositionen gehen dann noch mehr in die Tiefe, bilden vielfältige Muster für freie Ausgestaltung. Mit explosiver Kraft und unendlicher Leidenschaft begibt sich Christoph Merki auf das glatte Eis freier Improvisationen. Der Zürcher Altsaxophonist ist ein Geschichtenerzähler vom alten Schrot und Korn. Während Merki eine nie versiegende Hitze ausstrahlt, legt Landsmann Dani Schenker eine gewisse Coolness an den Tag, die dem Quintett bei aller Gegensätzlichkeit nicht abträglich ist, im Gegenteil. Der zuweilen Funken sprühende Trompeter lotet Höhen und Tiefen seines Instruments aus.
Insgesamt packender Jazz mit einem anspruchsvollen Sound, der von druckvoll bis lyrisch alle Stimmungen einschloss und das "bird's eye" zu Beben brachte.
Badische Zeitung, Reiner Kobe, 17. Februar 2015

Ein bemerkenswertes Album
Zu Beginn hören sie den schweizerischen Pianisten Klaus Koenig mit seiner Band "Seven Things" mit seiner Komposition "Fast For Five" aus dem vom schweizerischen Label TCB veröffentlichten Album mit dem Titel "Seven Things I Always Wanted To Say", das in Winterthur im Mai 2016 aufgenommen wurde. Es spielten neben dem Pianisten Klaus Koenig Daniel Schenker (tp), Christoph Merki (as), Patrick Sommer (b) und Andi Wettstein (dr).
Der 1936 in Braunschweig geborene, aber seit Jahrzehnten in der Schweiz lebende Klaus Koenig begleitete ja im Auftrag des Schweizer Radios SRF mit seinem "Jazz Live Trio" fast 20 Jahre lang zahlreiche Grössen des internationalen Jazz. 1997 musste der Pianist allerdings eine rund fünfzehnjährige Zwangspause einlegen, weil die umgangssprachlich "Musikerkrampf" genannte fokale Dystonie beide Hände befiel. Diese Krankheit hat er glücklicherweise überwunden und so feiert Klaus Koenig mit seiner Band "Seven Things" nun die Veröffentlichung seiner zweiten CD. Dabei bringen gegenüber dem Trio die beiden Bläser laut Klaus Koenig "viele neue Farben, Ideen und musikalische Möglichkeiten". Im Quintett "Seven Things" gelingt Koenig ein zwischen Abstraktion und improvisierender Präsenz oszillierendes Programm, das bei aller Komplexität vor allem feine, ja feinsinnige Geschichten erzählt. Ein bemerkenswertes Album!
Jazz-Matinee Radio Dreyeckland, Michael van Gee, 26. März 2017

KLAUS KOENIG SEVEN THINGS: PIAZZA ROTONDA (TCB 33102)
Im Booklet zu "Piazza Rotonda" sinniert Klaus Koenig, der Jazz befände sich womöglich gerade in einer Phase der Hochgotik, vergangenheitsbewusst und zugleich wagemutig im Traditionellen. Tatsächlich wirkt das Album des 77jährigen Braunschweiger Pianisten und Wahl-Schweizers, der nach folgenschwerer Erkrankung seiner Hände an fokaler Dystonie erst nach rund 15 Jahren Zwangspause sich wieder an die musikalische Öffentlichkeit wagt, wie ein aus der Zeit gefallenes Resümee jazzender Modernität, dem man Verwandtschaften zu Ornette Coleman oder Tomasz Stanko zwar anmerkt, die aber auf eine Ebene der kreativen Reflexion gehoben werden, die den Originals bei aller Abstraktion klare Kraft verleiht. Im Quintett mit dem Trompeter Daniel Schenker und Altist Christoph Merki, sekundiert von Bassist Patrick Sommer und Drummer Andi Wettstein gelingt Koenig ein zwischen Abstraktion und improvisierender Präsenz oszillierendes Programm, das bei aller Komplexität vor allem feine, feinsinnige Geschichten erzählt. (JazzThing 6/2014).

KLAUS KOENIG SEVEN THINGS.

Er hat sich zurückgekämpft. Der Pianist Klaus Koenig, in den 1990ern einer der interessantesten Bandleader und Komponisten, musste eine rund fünfzehnjährige Zwangspause einlegen, weil 1997 die umgangssprachlich "Musikerkrampf" genannte fokale Dystonie beide Hände befiel. Jetzt hat er die Krankheit glücklicherweise überwunden und mit seiner Band "Seven Things" ein überzeugendes Comeback vorgelegt. Es könne sein, der Jazz habe eine "klassizistische Phase" erreicht, schreibt er im wohlüberlegten Begleittext zur Neuerscheinung und stellt fest, der heutige Jazz sei "nicht mehr so bunt wie damals, nicht mehr so unbekümmert und beherzt recht gegensätzliche Konzepte verfolgend"; stattdessen war er von der "disziplinierten, speditiven Probenarbeit" seiner neuen Band begeistert gewesen, wie er sie aus der klassischen Musik kenne. Mit all dem hat er Recht. Wohl gerade durch diese Kombination aus Können, Disziplin und Spielfreude gewinnen die neun Kompositionen für sein aktuelles Quintett ihre Kraft. Überlegt und bestens strukturiert sind seine in mittleren Tempi gehaltenen Kompositionen, wobei er regelmässig Räume für solistische Improvisationen einbaut. Vordergründig wirkt die Musik kühl. Doch wer sich auf sie einlässt, wer den oft nur angetippten Wendungen eines Instruments nach hört, wenn bereits ein anderes die Führung übernommen hat, gerät in faszinierend konstruierte Welten voll unerwarteter Wendungen und Brüche, kühl fliessender Melodien, distinguierter Soli und feinsinniger Arrangements. "Jazz Ist Kunst, und Kunst ist Leben, das ständig in Bewegung ist", schreibt Koenig. "Wie schön, ein wenig daran teilnehmen zu können". Und wie schön auch, dass dieser kreative Musiker wieder Klavier spielen und mit seiner Band neue Stücke aufnehmen und auftreten kann. (Rondo, 17. 5. 2014).

SUCHE NACH DER VERLORENEN ZEIT.

Institutionen soll man misstrauen. Erst mal. Der Pianist Klaus Koenig, inzwischen 77,....ist eine solche. 1964 gründete er für das Schweizer Radio mit Peter Frei und Peter Schmidlin das Jazz Live Trio, das in der Folge in nicht weniger als 111 Konzerten sozusagen die ganze Jazzprominenz aus Europa inklusive fast aller zwischenzeitlich hier lebenden Amerikaner lancierte: eine felsenfeste, gerade wegen ihres institutionellen Charakters aber immer etwas unterschätzte Rhythmusgruppe. Das rückte die Formation etwas zurecht, die Koenig in den Siebzigern mit den zusätzlichen Bläsern Hans Kennel (Trompete), Andy Scherrer (Tenorsaxofon) und Paul Haag (Trombone) unter dem Namen Magog gründete, ein Ensemble zwischen den Stühlen und Stilen; es praktizierte eine improvisierte Musik von fulminanter, erfreulich unorthodoxer Explosivität und erspielte sich schnell ein europäisches Renommee.
Jetzt will Koenig es noch einmal wissen. Mit einem Quintett (den Bläsern Daniel Schenker an der Trompete und Christoph Merki auf dem Altsaxophon sowie Patrick Sommer am Bass und Andi Wettstein am Schlagzeug) knüpft er nach einer längeren Pause mit Seven Things bei seinen alten Erfahrungen an, mit gefinkelten Arrangements und viel Swing, auf dem namentlich Schenker, zeitweise auch der "coolere" Merki zu imposanten Flügen abheben, und mit eigenen Soli: nicht ohne Humor und eine Vorliebe für rhapsodische Einleitungen und Zwischenspiele - kaum Binäres auch hier, no rock, aber auch keine nostalgisch verklärende Patina. Eine schöne CD.... (Weltwoche, 30. 4. 2014).

KLAUS KOENIG - ZURÜCK IN DER SZENE.

Der Pianist Klaus Koenig legt nach fünfzehn Jahren krankheitsbedingter Zwangspause eine neues Album vor. Hinter dem TCB-Album "Piazza Rotonda" verbirgt sich eine lange Geschichte, nämlich diejenige eines Musikers, der während fünfzehn Jahren durch ein körperliches Gebrechen so beeinträchtigt wurde, dass an die Ausübung seiner Leidenschaft nicht zu denken war. Der Musiker, um den es sich handelt, heisst Klaus Koenig, und das Leiden, das seine beiden Hände befiel, wird fokale Dystonie genannt, eine neurologische Erkrankung, die es dem Betroffenen verunmöglicht, bestimmte erlernte Bewegungen auszuführen. Was dies für einen Pianisten bedeutet, mag man sich lieber gar nicht ausmalen. Dank viel Geduld, Disziplin und verschiedenen Therapien ist Koenig wieder zurück in der Szene, wo er -zumindest in letzter Zeit - gar nie richtig gefehlt hat. Dieser Widerspruch erklärt sich durch ein Reissue-Programm seines Hauslabels TCB, das jüngst eine Koenig-CD nach der anderen herausgebracht hat - nur liegen die entsprechenden Originaleinspielungen Jahrzehnte zurück: Koenig war einer der Jazzrock-Pioniere der legendären Gruppe Magog. Koenig war auch der Spiritus Rector des Jazz Live Trios, das als Hausband des Schweizer Radios unzählige amerikanische, aber auch europäische Gaststars begleitet hat.... Das Quintett hat sich ganz der Musik seines Leaders verschrieben, der für sämtliche Stücke auf "Piazza Rotonda" verantwortlich zeichnet....Patrick Sommer und Andi Wettstein sorgen an Bass und Schlagzeug für tänzerische Grooves, während dem die beiden Frontleute, das Klangwunder Daniel Schenker und der Altsaxophonist Christoph Merki....dem Ganzen bläserische Glanzlichter aufsetzen. (Jazz'N'More, 3/2014).

KLAUS KOENIG SEVEN THINGS, PIAZZA ROTONDA, TCB 33102.
....Das Triospiel wird hier durch zwei Bläser aufgefrischt. Sie bringen, so Koenig in den liner notes des Debüt-Albums, "so viele neue Farben, Ideen und musikalische Möglichkeiten". Trompeter Daniel Schenker und Altsaxofonist Christoph Merki liefern zu den neun neuen Koenig-Kompositionen einen nicht unbeträchtlichen Beitrag, eigenständig und eigenwillig. Ihre ausdrucksstarken Soli in zupackendem Hardbop bauen auf rhythmisch swingenden Fundamenten auf (Patrick Sommer, b/ Andi Wettstein, dr), die just an jenes Jazz Live Trio erinnern, das zwischen 1964 und 1983 mehr als 100 Radiosendungen gestaltete und Weltklasse-Jazzer wie Lee Konitz, Johnny Griffin, Albert Mangelsdorff oder Dexter Gordon begleitete. Für Klaus Koenig geht selbstredend "die klassische Phase des Jazz" weiter, wie seine jüngsten Aufnahmen eindrücklich belegen. (Jazz Podium 7/2014).




3. Jazz Live Trio mit Solisten



Artikel Jazz Live-CDs Tages-Anzeiger April 2011.pdf
Artikel Jazz Live-CDs Jazz'N'More 01/2012.pdf
Portrait Klaus Koenig JAZZ'N'MORE 2014


....Die Musiker des Jazz Live Trios zählen nicht nur zur einheimischen Elite, sondern sie sind weit darüber hinaus eine der kompetentesten und swingendsten Begleitgruppen des europäischen New Jazz überhaupt. (Tages-Anzeiger Zürich).

Johnny Griffin + JLT:

....Dass die Wahl von Johnny Griffin auf das Jazz Live Trio gefallen ist - von keinem anderen will er sich auf seiner Schweizer Tournee begleiten lassen - erstaunt nicht, denn wenn es in unseren Landen
ein Trio gibt, welches einen Musiker vom Range Griffins begleiten kann, ohne zur blossen Statistenrolle abzusinken, dann ist es das Jazz Live Trio....Es hat während dieser Zeit unzählige in- und ausländische Solisten wirkungsvoll begleitet und in zahlreichen Radio-Direktsendungen Zeugnis von seinem beachtlichen Können abgelegt. (Schaffhauser Nachrichten).

....Dass bei diesem solistischen Elementarereignis alles einfach stimmte, lag zu einem guten Teil auch am musikalischen Vehikel, in dem sich der Tenorist vorwärts bewegte. Nach einigen Anpassungsschwierigkeiten (Akustik) hielt das Zürcher Jazz Live Trio prächtig mit. Besonders Drummer Peter Schmidlin liess sich durch die Tempi nicht aus der Fassung bringen, aber auch Bassist Peter Frei, ein wenig versonnen wie immer, brillierte mit beachtlicher Technik. Pianist Klaus Koenig, cool und sehr versiert, hatte als Bindeglied zwischen Bläser und Rhythmikern zweifellos den schwierigsten Part des Abends, doch auch er schlängelte sich recht kaltschnäuzig durch den Tempo- und Tonartenwirbel. (Tages-Anzeiger Zürich).

.....Il faut dire qu’il est merveilleusement accompagné par Klaus Koenig, un pianiste qui plaît par sa subtilité harmonique, sons sens de l’accompagnement et de la construction du solo. (Tribune de Genève).

....Et n’oublierons surtout pas le pianiste Klaus Koenig dont la personnalité musicale est de toute grande classe. En bref, du travail très sérieux. (Voix Ouvrière, Genf).

.....Das Jazz Live Trio mit Koenig, Frei und Schmidlin kann im Moment als die beste Schweizer Rhythmusgruppe bezeichnet werden. Auch an diesem Abend verstanden sie es, den Solisten zu tragen, ihn musikalisch wachsen zu lassen. (Thurgauer Volkszeitung).

......Das aus den virtuosen Solisten - Klaus Koenig (Piano und Leader), Peter Frei (Kontrabass) und Peter Schmidlin (Schlagzeug) - bestehende Trio zählt seit vielen Jahren zum Stamm und Rückgrat des schweizerischen Konzertlebens. Vieles wäre auf der modernen Jazzszene in unserem Land undenkbar, wenn es diese sensationelle Rhythmusgruppe nicht gäbe. So sehr sich diese ausgezeichneten europäischen Spitzenmusiker in den Dienst des zu begleitenden schwarzen US-Stars stellten, so war doch unüberhörbar, dass sich hinter jedem einzelnen von ihnen ein höchst subtiler Solist von stärkstem Ausdruckvermögen und technischer Raffinesse verbarg. (Express, Schaffhausen.)

....Auch das begleitende Jazz Live Trio aus Zürich......schien sich von Griffins Meisterschaft anstecken zu lassen. Das zeigte sich sowohl in Schmidlins kraftvollem Fill-in-Spiel, Peter Freis sensibel begleitenden oder frei improvisierenden Bassfiguren und in Klaus Koenigs spontanen Antworten auf Griffins Einfälle.....Trotz eines reichen Rubatospiels blieb das rhythmische Gefüge wie ein erratischer Block unverrückbar stehen, ein gleichzeitig aufregendes und unheimlich entspanntes Erlebnis, ein Höhepunkt und Schlussbouquet dieser Saison des Jazz Workshop am Totentanz. (National-Zeitung Basel).

Zu einem phantastischen jazzmusikalischen Höhepunkt gestaltete sich.....Mit der Verpflichtung des weltberühmten schwarzen Tenorsaxophonisten Johnny Griffin (USA) gab es denn auch für uns nicht nur ein gefreutes Wiedersehen mit einem der schöpferischsten Tenor-Solisten der Gegenwart, sondern es erhärtete sich auch gleichzeitig unsere Theorie über das denkbar swingende Jazz Live Trio als eine der fähigsten Begleit-Combos unseres Landes....demonstrierte Klaus Koenig.....eine ganze Fülle von pianistischen Raffinessen, die er besonders in den Solo-Passagen geschickt zu steigern wusste, um sich dann wieder vollends in das bravouröse Spiel seines Partners zu integrieren.... (Express Schaffhausen).

....Auf eigenen Wunsch dieses explosiven Tenorsaxophonisten Johnny Griffin bestanden seine "Sidemen" aus dem bereits berühmten Jazz Live Trio. Die drei Musiker....mussten sich nicht als Statisten fühlen, konnten sie doch bei diesem Konzert vergangenen Sonntag wieder beweisen, dass sie sich zur "Firstclass" rechnen dürfen....(Luzerner Nachrichten).

Booker Ervin + JLT:

BOOKER ERVIN IM KONGRESSHAUS....Für den Pianisten Klaus Koenig gilt ähnliches wie für Bally. Er begleitet sehr gut, setzt die Akzente dort, wo sie hingehören. Seine Soli sind durch technische Brillanz gekennzeichnet. Koenig lässt es aber nicht dabei bewenden. Er baut seine melodischen Improvisationen auf harmonischer Basis auf und erweitert dabei die gegebenen Harmonien soweit, wie man es im Bereich des tonalen Jazz tun kann....Die vier Jazzmusiker spielten einen anspruchsvollen Jazz, der vom Publikum erst einmal begriffen werden musste, und nicht so schnell ankam, wie zum Beispiel die leichter verständliche Art eines Johnny Griffin. Was die vier boten, war guter und künstlerisch hochstehender Jazz, wie man ihn nicht alle Tage in Biel zu hören kriegt. (A.N.) (Quelle unbekannt).

Benny Bailey + JLT:

....Der aus den USA stammende 61jährige schwarze Musiker Benny Bailey vermochte zusammen mit seinen drei Freunden des Jazz Live Trios das Bülacher Jazz-Publikum über mehrere Stunden hinweg zu begeistern. (Bülacher Unterländer).

....In der Person des von Radio DRS bestens bekannten Jazz Live Trios stand ihm eines der wohl kompetentesten Begleitensembles unseres Landes zu Seite, das....auf einige höchst erfolgreiche Auftritte in unserem Bezirkshauptort zurückblicken kann, um mit Jazzstars wie Johnny Griffin, Dexter Gordon, Slide Hampton, Sal Nistico und Lee Konitz nur die wichtigsten zu nennen....Wenn sich auch das zum Quartett erweiterte Jazz Live Trio ganz in den Dienst des weltberühmten Trompeters stellte, so hielten seine solventen Mitspieler mit gleichfalls bestechenden Soli nicht zurück. Besonders der führende Pianist Klaus Koenig erwies sich einmal mehr als überzeugender grosser Techniker, dessen ideenreiches Spiel den aufmerksamen Zuhörer förmlich aufhorchen liess....(Neues Bülacher Tagblatt).

Clark Terry + JLT:

....Namen wie Clark Terry oder das Jazz Live Trio sind in der Jazzszene absolute Renner, deren Auftritte eine beinahe magische Anziehungskraft auf Jazzliebhaber ausüben. In Siebnen werden der berühmte Virtuose und die wohl beste Rhythmusgruppe der Schweiz zusammen auf der Bühne stehen, ohne sich je gehört oder gesehen zu haben....Zusammen mit der perfekten Begleitband "Jazz Live Trio" aus Zürich liess er Stimmung aufkommen, die sehr ausschlaggebend war für den weiteren Verlauf des Abends. (hi. 23. 9. 1989 (Quelle unbekannt).

Jiggs Whigham + JLT:

....Whigham ist ein Mainstream-Musiker, so dass sich das Jazz Live Trio - gewohnt, sich seinen Gästen anzupassen - zumeist moderater gab als es seinem eigenen Stil entspricht....Sehr differenziert das Klavierspiel von Klaus Koenig, in dem sich die beiden Hauptmerkmale des Stils der "Jazz Live"-Musiker - ein gehöriges Mass an Energie, das gleichwohl von spielerischer Disziplin zusammengehalten wird - deutlich zeigten. Peter Frei ist ein vorzüglicher Bassist, der auf überflüssige Schnörkel verzichtet. Peter Schmidlin beherrscht auf dem Schlagzeug eine sehr grosse Bandbreite. (Jazzclub Konstanz, 28. 9. 1985). (Quelle unbekannt).

....Wenn er nun wieder einmal öffentlich auftritt, so ist klar, dass nur eine Superbegleitgruppe in Frage kommt. Das Jazz Live Trio....gehört seit Jahren zu den besten und swingendsten Gruppen des europäischen klassischen Modern Jazz und New Jazz. Es muss in Zürich wirklich nicht mehr speziell vorgestellt werden. (Tages- Anzeiger Zürich, 30. 9. 1985).

....Das Quartett, stilistisch fest im Hard-Bop verankert, bot exzellenten, virtuosen Mainstream-Jazz....Klaus Koenig erwies sich als einfühlsamer, virtuoser Begleiter am Klavier, Peter Frei lieferte diskret und solid das harmonische Fundament am Bass und steuerte zwei, drei herrliche Soli bei, die stark an Scott LaFaro erinnerten, und Peter Schmidlin am Schlagzeug lieferte einen harten, trockenen Drive à la Art Blakey. (Jazzclub Luzern). (Quelle unbekannt).

Gianni Basso + JLT:

...Und glücklicherweise wird Basso in der "Widder-Bar" vom Pianisten Klaus Koenig begleitet, einem Musiker, der sich sonst in moderneren Gefilden herumtreibt. Er füllt die eher konventionellen Harmonieabläufe der Standards dann doch recht raffiniert mit harmonischen Erweiterungen und Zusatztönen, die dem Klangbild erst ein wenig Pfeffer geben. In den Soli zeigt sich Koenig dann bald einmal als zwar leicht unterkühlter, höchst eleganter und feiner Pianist, der sich mit wohlabgezirkelten und gut durchstrukturierten Melodielinien durch die Harmonien schlängelt, auch schon mal virtuos schnelle Unisonopartien einflicht und mit der Linken sparsam ausgesuchte Voicings bereithält....(Tages-Anzeiger, 28. 10. 1982).

Stasera concerto a palazzo Ottolenghi (Asti): Il "sax magico" di Gianni Basso.....E' in programma un concerto con il sassofonista Gianni Basso e il gruppo "Jazz Live Trio", formato da Klaus Koenig al pianoforte, Isla Eckinger al contrabasso e Peter Schmidlin alla batteria.
Il gruppe è uno dei più noti del mondo. Impegnato in una lunga tournée europea si esibirà solo in poche città italiane. (d.q.) (Quelle unbekannt).

APPLAUSI MILANESI PER JAZZISTI SVIZZERI....Il loro significato è duplice: di ammirazione, ancora una volta, per la buona musica che il solista astigiano non manca mai di proporre, con impegno e professionalità costanti, in ogni suo concerto; di gratitudine, per aver riportato a Milano, dopo una lunga assenza, due musicisti di grande valore come il pianista zurighese Klaus Koenig e il contrabassista Isla Eckinger, da molto tempo assenti dalla nostra città....Consensi a scena aperta hanno destato la cavata incisiva e la bellezza del suono di -Eckinger, e la duttilità stilistica e il tocco perfetto di Koenig....Ciò accade, evidentemente, anche fuori dei confini italiani, ma non ha impedito al pianista d'imporsi con molta autorità, fin qui, tra i protagonisti della musica formale, dell'improvvisazione creativa e dell'attuale ritorno alla classicità del jazz. (Giornale di Milano, 2/1982).

Hugo Heredia + JLT:

Nach Gato Barbieri nimmt die Persönlichkeit eines zweiten aus Argentinien gebürtigen Jazzbläsers immer deutlichere Formen an: der Saxophonist und Flötist Heredia stellt auf dieser in Italien produzierten Scheibe durchwegs eigenes Kompositionsmaterial vor und verarbeitet es improvisatorisch mit südlicher Glut. Entscheidenden Anteil an der Substanz dieser Musik hat Heredias Begleitteam, das im wesentlichen aus Radio-Studio-Zürichs - bei aller Flexibilität progressivem - "Jazz Live Trio" besteht. (tv-radio + Fernsehen).

....In dem deutschen Pianisten Klaus Koenig und den Schweizern Peter Frei, Bass und Peter Schmidlin, Schlagzeug, dem Italiener Sergio Farina, Gitarre, und dem Brasilianer Ivanir Mandrake do Nascimiento, Percussion, hat Heredia die Musiker gefunden, die er braucht. "Ich traf Koenig, Frei und Schmidlin vor Jahren in Mailand, als sie zusammen in einem Jazzclub spielten", erzählt Heredia, "und sie beeindruckten mich sofort sehr. Später begegneten wir uns auf mehreren Festivals, spielten in Bologna, Bergamo und vor zwei Jahren am Zürich Jazz Festival. Im letzten Jahr liess ich die drei nach Italien kommen, um die Platte 'Pedro y Antonia' aufzunehmen". (Jazz Podium).

"Jazz im Studio" mit Klaus Koenig im Radiostudio:

....Die Arbeit mit dem personell ständig wechselnden Jazz Live Trio war für Koenig, der von Anfang an dabei gewesen war, eine ständige Herausforderung. Die aus den verschiedensten stilistischen Jazz-Ecken stammenden Gastsolisten wollten schliesslich immer kompetent und einfühlsam begleitet werden. So verwundert es nicht, dass der Pianist immer lernfähig und wissbegierig geblieben ist und sich nach wie vor in zahlreichen Kontexten zurechtfindet. Das Konzert, das kürzlich im Rahmen der Sendereihe "Jazz im Studio" stattgefunden hat, bot Koenig Gelegenheit, zwei seiner zahlreichen Facetten einem grossen, begeisterten Publikum zu demonstrieren. Das "Voirol-Koenig-Extra-Ensemble", das im ersten Konzertteil zu hören war, bietet eine recht freie Musik, die von der spontanen Erfindung und Eingebung der Beteiligten lebt.... Typisch "Jazz Live" war dann die Session, die nach der Pause erfolgte. Koenig und Frei begleiteten, zusammen mit dem swingenden Schlagzeuger Peter Schmidlin, den erfindungsreichen und witzigen Tenorsaxofonisten Sal Nistico und die nicht immer ganz rein intonierende Sängerin Rachel Gould in Standards und Originals. Es gehört schon einiges dazu, sich während einer Pause von 15 Minuten von einem inspirierten Klang-Experimentator in einen routinierten Song-Begleiter zu verwandeln und beide Aufgaben mit dem gleichen Engagement und Einsatz zu bewältigen. Die Spontaneität und Lebendigkeit, mit welcher Koenig in beiden Situationen musizierte, liess den "Jazz Live"-Erinnerungsabend niemals zum Nostalgieabend werden. (Neue Zürcher Zeitung, 11. 3. 1989).


Zu der "Jazz Live"-13-CD-Serie bei TCB:

Gert Westphal + Jazz Live Trio (Jazz&Lyrik, TCB 01262):

Gert Westphal liest Gedichte von Heinrich Heine und Gottfried Benn. Live im Studio 1973 eingespielt in Begleitung von Klaus Koenig, Peter Frei und Peter Schmidlin. Ein geniales Tondokument von unschätzbarem Wert. (buch.de internetstores AG).

...jetzt zum Label TCB und einer wunderbaren CD aus dem Bereich "Lyrik und Jazz", und zwar zum Sprecher Gert Westphal und dem Jazz Live Trio, die zwar bereits im November 1973 im Radiostudio 2 des Schweizer Rundfunks DRS aufgenommen, aber erst jetzt dem interessierten Hörer zugänglich gemacht wurde.….dass das gesprochene Wort auf der vorliegenden CD mustergültig durch die Musik unterstützt, ja unterstrichen wird, die hier durch ein Trio der Extraklasse dargeboten wird. (Radio Dreyecksland).

Sal Nistico/Tony Scott + JLT. (Swiss Radio Days: Jazz Live Trio Concert Series, Vol. 21):

Die Mitte der 1960er bis 1980er Jahre waren eine Blütezeit für den Schweizer Radio-Jazz: Es war die Zeit des Jazz Live Trios, das im Studio 2 in Zürich Gäste aus der Chef-Etage des Jazz empfing: Johnny Griffin, Dexter Gordon, oder eben, wie in der vorliegenden Aufnahme: Sal Nistico und Tony Scott. Himmlische Nostalgie, die abgeht wie der Teufel. (DRS Apéro CD Tipp)

UNEARTHED GEM: The 21st volume in TCBs "Swiss Radio Days" is actually a compilation of two separate sets recorded months apart, featuring reedmen Sal Nistico and Tony Scott individually with the same rythm section (pianist Klaus Koenig, bassist Peter Frei and drummer Peter Schmidlin), who were known as the Jazz Live Trio....The leader's "Grooving Sal" is little more than thinly disguises reworking of "Cherokee", though both Nistico and Koenig shine with their respective solos.... Scott is a bit more eclectic....incorporating both a soft, feather-like vibrato and an explosive, bluesy touch, well-accompanied by Koenig's shimmering piano....Like the earlier volumes in this series, these rewarding concert performances are warmly recommended. (All About Jazz, New York, 12/ 2010).

HOHER BESUCH IN ZÜRICH UND BÜLACH. Von 1964 bis 1983 hatte das Radiostudio Zürich sein eigenes Jazztrio. Es wurde vom deutschen Pianisten Klaus Koenig geleitet und begleitete im Studio 2 oder in den Clubs der Umgebung internationale Stars von Dexter Gordon und Clark Terry bis zu Art Farmer und Lee Konitz. Die Aufnahmen fanden im Beisein von 150 bis 200 Zuschauern statt. Selige Stunden! Zum Glück haben sich die Bänder der insgesamt über 110 Konzerte von damals im Archiv erhalten. Im Rahmen der sympathischen, bei TCB erscheinenden Serie "Swiss Radio Days"....sind nun zwei Auftritte des Jazz Live Trios aus dem Jahr 1977 erschienen....(Neue Zürcher Zeitung, 29. 1. 2011).

....un "must" nei mal documentati ultimi decenni di Scott. Anche l'esigua discografia da leader di Nistico si arricchisce di un buon documento: una prova vigorosa in cui il focus musicale è tutto sul notevole scavo solistico del sassofonista. (Cecchini) (Quelle unbekannt).

Kenny Wheeler/Alan Skidmore + JLT. (Swiss Radio Days: Jazz Live Trio Concert Series, Vol. 28):

The Wheeler/Skidmore is a cracker. I never heard Wheeler so energetic......The Swiss players are excellent. Koenig and Frei benefit from the fine recording quality. Koenig is a fine pianist, who was also a recording engineer/supervisor at Swiss Radio. He had to abandon his career in 1998 due to muscle problems in his hands. (Jazz Journal, London, 9/ 2012).
("Jazz Journal" hat diese CD mit der Höchstzahl von fünf Sternen ausgezeichnet).

Wheeler's contributions amply display his fertile melodic imagination and characteristic tone. I often saw him live and felt his recordngs rarely did him justice: this one does. Skidmore, heavily-influenced by Coltrane, is also on top form. Fine work from bassist Frei, too. (BBC Music Magazine, 12/ 2012).
(Auch das "BBC Music Magazine" hat die CD mit der Höchstzahl von fünf Sternen ausgezeichnet).

Sometimes something quintessential comes one's way as a reviewer. So what makes this so very, very good? Take two soloists playing to the best of their own exacting standards and accompanying that knows its own worth. And one more thing: the planets must be in perfect alignment....And let's be clear, the Jazz Live Trio are no junior partners here....Someone's got the pacing just right here and you're left with a record that defines the art. Those planets, man. (Jazzwise, 12/ 2012).

....The trumpeter and tenor saxophonist are featured separately on three sessions from 1978- 1980. Both are in fine top form with very fine accompaniment by the resident Jazz Live Trio.... (Northern Echo, 15. 11. 2012).

....Man nehme ein eingespieltes Rhythmustrio und lade einen namhaften Gast dazu ein. Auf dieser Basis haben sich die "Jazz Live Trio Concert Series" des Schweizer TCB-Labels längst als musikalische Schatztruhe etabliert. Nummer 28 beschäftigt sich mit zwei der wichtigsten Vertreter des britischen Jazz, Kenny Wheeler und Alan Skidmore....Das Resultat gehört zu den stärksten Aufnahmen der gesamten Serie, wenn nicht sogar beider Diskografien....(Jazz Thing, 11/ 2013).

Phil Woods/Eddie Daniels/ Stuff Smith/ Leo Wright + JLT. (Swiss Radio Days: Jazz Live Trio Concert Series Vol. 27):

TCB RECORDS: DES CONCERTS INEDITS: Le label montreusien TCB Records, sous la houlette du musicien Peter Schmidlin, démontre une vivacité étonnante en sortant régulièrement de nombreux CD qui méritent votre attention. Nous vous proposons trois inédits de concerts mémorables "Jazz Live"....Ce CD présente des quatre grands maîtres du jazz moderne séparément, mais avec le même brillant trio de base....(Jazz One More Time, 12/ 2013).

Albert Mangelsdorff/ Francois Jeanneau + JLT. (Swiss Radio Days: Jazz Live Concer Series Vol. 22):

....während das freie Spiel von Jeanneau noch auf bestimmten Vorlagen fusste, bestand Mangelsdorff darauf, völlig ohne vorgegebenes schriftliches Material miteinander zu spielen. Und das Verblüffendste bei diesem Konzert ist, wie bis zum letzten Ton spannend und überzeugend dieser freie Kollektivjazz auch aus heutiger Sicht ist, und wie emphatisch und kommunikativ das Trio reagierte und interagierte - wunderbar. (Jazz 'N' More).
Die Aufnahme mit Mangelsdorff ist heute noch berückend in ihrer Kraft. Die ersten Minuten bringen eine völlig freie Musik, ohne festen Puls, an der Grenze zwischen Klang und Geräusch. Nach sieben Minuten etabliert sich ein fester Puls, der Deutsche spielt ein Posaunensolo über einer klar definierten Harmonie, bevor Klaus Koenig soliert. Zuerst sind da wuchtig in die Tastatur gestemmte Akkorde, dann swingende Einzeltonlinien, bis wieder der Freejazz wirkt und Koenigs Spiel in wilden kataraktischen Tönen explodiert. (Tages-Anzeiger Zürich).

....Vor allem die Tapes mit dem Frankfurter Posaunen-Koloss gehören mit zum Besten, was Mangelsdorff zu Lebzeiten bot. Zwei völlig frei angelegte Improvisationen zeigen "Albertus Magnus" (so nannte ihn Koenig) auf dem absoluten Zenit seiner Schaffenskraft. Technisch grandios, vor Ideen nur so strotzend, untermauert Mangelsdorff hier posthum seine uneingeschränkte Meisterschaft....(Jazz Thing, 23. 3. 2011).

UNEARTHED GEM:...the late Mangelsdorff can be argued as Europe's most famous jazz export, a little buttressed by a 50-year career and work on both sides of the Atlantic and both sides of the inside-outside divide. For this 1972 Zurich concert, he is featured alongside the Jazz Live Trio (pianist Klaus Koenig, bassist Peter Frei and drummer Peter Schmidlin) for a pair of 18-minute tracks simply titled "Part 1" and "Part 2"....(All About Jazz, 5/2011).
(Die Albert Mangelsdorff/Francois Jeanneau + JLT-CD erhielt von der New Yorker Zeitschrift "All About Jazz" eine Nominierung zur besten Wiederveröffentlichung des Jahres 2011).

Beny Bailey/Idrees Sulieman + JLT. (Swiss Radio Days: Jazz Live Concert Series Vol. 25):

Durchreisenden internationalen Jazzstars empfahl sich das Trio des deutschen Pianisten Klaus Koenig in Zürich als Begleitband, der Schweizer Rundfunk hat fleissig mitgeschnitten. Peter Schmidlin, ausführender Produzent von TCB ("The Montreux Jazz Label"), sass übrigens damals am Schlagzeug. Benny Bailey, den Amerikaner in München, hat man gleich zweimal "erwischt". 1970 spielt der Trompeter sein eigenes "Sanza", 13 Jahre später erweist er sich mit "Stella by Starlight" und "Summertime" als vollmundiger Standard-Interpret. Der amerikanische Trompeter und Altsaxofonist (eine ungewöhnliche Doppelbegabung) Idrees Sulieman ....trat ebenfalls zweimal vor die Zürcher Mikrofone. Sulieman zählt zu den Bebop-Pionieren, konnte sich aber in Europa nie in dem Masse durchsetzen wie andere Kollegen. Dass einem etwas entgangen sein könnte, wird bei seinen Gigs von 1775 und 1982 deutlich.... (Jazz Thing, 11/2011).

Weiter geht es mit drei CDs der Reihe "Jazz Live Trio Concert Series", bei der das damals bekannte Trio des schweizerischen Pianisten Klaus Koenig mit Peter Frei am Bass und immer mal wechselnden Schlagzeugern mit grossartigen internationalen Solisten im Vordergrund steht....Alle drei CDs sind erstklassig und präsentieren Jazz at his Best. Da sollten Sie als Sammler unbedingt zugreifen. (Radio Dreyecksland, 23. 2. 2014).

Johnny Griffin/Hal Singer/Leszek Zadlo/Ferdinand Povel + Jazz Live Trio - Dexter Gordon/MAGOG + Jazz Live Trio. (Swiss Radio Days: Jazz Live Trio Concert Series, Vol. 36 + 38) :

"Sie hören das Zeitzeichen des Observatoriums Neuenburg" tönte es mittags um halb eins in jeder Deutschschweizer Stube. Beromünster strahlte Nachrichten aus, am Mittagstisch herrschte Ruhe. Häufig davor die Ankündigung eines öffentlichen Konzerts mit dem "Jazz Live Trio", vom damaligen Jazzredaktor Heinz Wehrle zusammen mit dem exzellenten Pianisten und Tonmeister Klaus Koenig ins Leben gerufen. Das Trio, nebst Koenig fast immer Bassist Peter Frei und Drummer Peter Schmidlin, war beinahe in jedem Haus bekannt - heute unvorstellbar. 111 Konzerte, in denen das Trio im Laufe seiner Existenz 1964 bis 1983 viele Jazzgrössen aus Übersee und ganz Europa begleitete, vom Radiostudio direkt in die gute Stube übertragen. Klaus Koenig hat Ausschnitte ausgewählt und dreizehn CD-Produktionen zusammengestellt, die Peter Schmidlin, der mehrheitliche Drummer des Trios (andere waren Pierre Favre, Alberto Canonico und Makaya Ntshoko), auf seinem Label herausgibt. Nun liegen die Scheiben elf und zwölf vor. Zu hören sind die damals in Europa lebende Legende Dexter Gordon (u.a. mit seiner grossartigen Ballade Days of Wine and Roses) und das sagenhaft groovende Sextett Magog, bei dem Koenig das Jazz Live Trio mit Topbläsern ergänzte und beweist, wie hochklassig (und gleichzeitig unterschätzt) der Schweizer Jazz schon in den Siebzigern war. Und auf der anderen CD die Tenorgrössen Johnny Griffin, Hal Singer, Leszek Zadlo und Ferdinand Povel. Ein Must für jede Schweizer Jazzsammlung. (sr). (Jazz'N'More 4/2014. Der Rezensent hat Vol. 36 mit vier, Vol. 38 mit der Höchstzahl von fünf Sternen ausgezeichnet).

Franco Ambrosetti / Hans Kennel-Thomas Grünwald / Andy Scherrer-Roman Schwaller / Daniel Bourquin + Jazz Live Trio. (Swiss Radio Days: Jazz Live Trio Concert Series, Vol. 39):

Die letzte von insgesamt 13 Scheiben einer Serie mit Konzerten des legendären Jazz Live Trio bietet einen nahezu repräsentativen Querschnitt durch die eidgenössische Jazz-Szene um 1980. Gastmusiker wie Franco Ambrosetti mit feurigem Uptempo-Stück und kontrollierter, ausdrucksstarker Ballade, die beiden kaum voneinander zu unterscheidenden Tenorsaxophonisten Andy Scherrer und Roman Schwaller, Trompeter Hans Kennel und der fast vergessene Tenorsaxophonist Thomas Grünwald sowie der ungestüme, eher dem Free Jazz verhaftete, ebenfalls fast vergessene Daniel Bourquin setzen starke Akzente. Glänzen die vier Mitschnitte, aufgenommen zwischen 1978 und 1982 mit zupackendem Hard Bop, so geht Bourquin einen Schritt weiter. Sein Alto-Sax mit sperrig-quengelndem Ton, balanciert an harmonischen Grenzen, stets strebend ins Freie. Pianist Koenig agiert fast frei ohne festen Puls mit dezenten bis wuchtigen Akkorden, Bassist Frei treibt wie nie, Schlagzeuger Schmidlin folgt. Grossartig! (rk). (Jazz'N'More 5 /2014. Der Rezensent hat der CD die Höchstzahl von fünf Sternen gegeben).


TESSINER TROMPETEN-STAR FRANCO AMBROSETTI IM SAFT. Die Ambrosettis haben europäische Jazzgeschichte geschrieben. Flavio Ambrosetti war ein Pionier des modernen Jazz in Europa, und sein Sohn Franco hat als Trompeter und Flügelhornist internationale Karriere gemacht. Der heute 72-jährige Luganesi ist immer noch aktiv. In diesen Tagen ist eine CD des Jazz Live Trio mit ausgewählten Schweizer Solisten erschienen, die Ambrosetti voll im Saft präsentiert. Hochviruos, spielerisch leicht und technisch brillant, besticht Ambrosetti mit melodischem Einfallsreichtum. (SK). (Schweiz am Sonntag, 27. 7. 2014. Der Beitrag gehört zu einer dem Tessin gewidmeten Artikel-Serie. Der Rezensent hat die CD mit der Höchstzahl von fünf Sternen bewertet).

Die 39. Folge der "Concert Series" präsentiert das Jazz Live Trio an der Seite Schweizer Jazzmusiker mit Konzerten, die Ende der 1970er-, Anfang der 80er-Jahre stattgefunden haben. Trompeter Franco Ambrosetti, immer noch weithin unterschätzt, glänzt 1978 mit strahlendem Ton, weit ausholend vor allem in der Ballade "Things We Did Last Summer". Die Tenoristen Andy Scherrer und Roman Schwaller beweisen vor allem, wie gut sich das Trio des Pianisten Klaus Koenig, hier mit Pierre Favre am Schlagzeug, auch auf avanciertere Spielweisen einstellen konnte. Das gilt auch für den Trompeter Hans Kennel, der zusammen mit dem Tenoristen Thomas Grünwald antrat (hier sitzt Peter Schmidlin hinterm Schlagzeug). Der Westschweizer Altsaxofonist Daniel Bourquin dürfte am unbekanntesten sein: Er wagt sich in den beiden Titeln "Oben ohne" und "Unten ohne", die 1982 aufgezeichnet wurden, am weitesten ins freie Terrain. (rt). (JazzThing 9 / 2014).

Klaus Koenig, der deutsche Jazzpianist und ausgebildete (klassische) Tonmeister hat für das Schweizer Radio DRS Studio Zürich von 1962 bis 1997 gearbeitet, viele Jazzsendungen kommentiert und war von 1964 bis 1983 als Musiker und Mitgestalter der DRS-Konzertreihe "Jazz Live" für mehr als 100 Live-Übertragungen mit Solisten aus aller Welt von Dexter Gordon über Albert Mangelsdorff bis zu Phil Woods verantwortlich. Konzertmitschnitte des begleitenden sowie prächtig harmonierenden Trios, zu dem die Eidgenossen Peter Frei am Bass und wahlweise Pierre Favre oder Peter Schmidlin am Schlagzeug gehörten, sind in einer von Koenig initiierten bemerkenswerten CD-Reihe erschienen. Höhepunkte (Produktionen von 1978, 1980 und 1982) mit exquisiten Schweizer Bläsern offenbaren die Nähe zum Free Jazz, ohne den Boden zum Bebop oder Hardbop mal mehr, mal weniger ganz zu verlieren. Franco Ambrosetti tobt sich in seinem Stück "For Flying Out Proud" prächtig aus, während in der Ballade "Things We Did Last Summer" (Styne/Kahn) Soli an Tasten (schon Bill Evans verdächtig) und Trompete wunderbar zusammenpassen. Ambrosetti schlägt Kapriolen, wie er seinen unverwechselbaren Ton meisterhaft mit Power verdichten kann. Volle Tenorsaxophon-Attacken liefern Andy Scherrer und sein ehemaliger Schüler Roman Schwaller (beide von 1979 bis 1989 Mitglieder im Vienna Art Orchestra). Expressiv, aber Coltrane-fern kommt "First Step" daher mit einer erst im zweiten Zuhören auffallenden makellosen Technik von Scherrer, der die Einflüsse von Henderson zu einem eigenwilligen Stil verarbeitet hat. Die nächste Schwaller-Komposition "Ballad For Mal" ist tief geerdet in der Waldron'schen Welt von "Free at last". Und auch hier sind die Kollegen um Koenig kongeniale Mitstreiter. Das Werk des Pianisten, "Groove Gogam Groove" bewegt sich vom Free-jazzigen bis zum Hardbop-haften. Dafür sorgen vor allem Trompeter Hans Kennel und Tenorsaxophonist Thomas Grünwald. Weniger wild, aber immer noch mit viel Leidenschaft operieren die Musiker in Koenigs "Zumurrud", in dem auch Frei unspektakulär-intensiv auf seinem Tieftöner improvisiert. Die Performance der Fünferbande erinnert ein wenig an die Klasse der Miles Davis Quintette aus den 1950er Jahren. Als letzter ist Daniel Bourquin  als Gast zu hören. Der Altsaxophonist bläst in den extremen Parts ähnlich frei wie Jan Garbarek in Zeiten von "Afric Pepperbird". Experimentell gestaltet Bourquin sein "Oben ohne". Bassist, Schlagzeuger und Pianist untermalen mit schrägen Einlagen den abgedrehten Charakter des Titels - alles in bester europäischer Free-Jazz-Tradition stehend. Arg ufert die Session jedoch nicht aus, endet das Stück doch in einer ruhigeren, nordisch anmutenden Soundlandschaft. Bourquins "Unten ohne" startet dagegen geradezu sanft und steigert sich langsam in eine anschwellende Saxophon-Orgie, die von Koenig mit gemässigten Tastengewittern unterstützt wird. Michael Schaust. (Jazz Podium 10/2014).




4. Magog



Artikel Melody Maker 1973.pdf
Artikel Jazz Podium März 1974.pdf
Artikel Kultur-tipp Februar 2013.pdf



MAGOG am Montreux Jazz Festival 3. 7. 1973.

JAZZ IN SWITZERLAND.... Höhepunkt des Konzerts wurde der Auftritt der erst seit wenigen Monaten bestehenden Gruppe MAGOG, die aus dem um drei Bläser erweiterten "Jazz Live Trio" hervorgegangen ist. Das war lebendiger, origineller Free Jazz mit einem farbigen Reichtum musikalischer Gedanken, die folgerichtig und nachvollziehbar durchgestaltet wurden und die vor allem auch eine rhythmische Gliederung nicht vermissen liessen. Als Solisten beeindruckten Hans Kennel mit seinem kristallklar schneidenden Trompetenton und einer vielschichtigen Themenverarbeitung und der zwar manchmal etwas selbstverloren ätherischen Klängen nachstreifende, aber vor allem in den lyrischen Partien faszinierende Pianist Klaus Koenig. Typisch für diese Musik war der Anfang: innerhalb eines verwischten Clusters ertasteten die Instrumentalisten langsam dessen musikalische Mikrostrukturen, Klang und Ausdruck stetig erweiternd, bis aus dem Chaos, aus dem "Urmaterial" gewissermassen, sich klare musikalische Gedanken abzuheben begannen. Die Verwandtschaft zur avantgardistischen sinfonischen Musik wurde in solchen Momenten deutlich. (Neuen Zürcher Zeitung).

Montreux offenbarte einen Schweizer Stern am Himmel –MAGOG – mehr als nur Schweizer Spitzenklasse…wobei vorweggenommen werden kann, dass die Formation die eigentliche Überraschung des Abends und einer der grossen Momente des Festivals war. (Luzerner Nachrichten).

....MAGOG erzielte mit seinem sehr modernem Jazz mit „Free“-Akzenten einen Triumph. (L’Impartial).

....Einer der besten Beiträge dieses Festivals kam ausgerechnet aus der Schweiz: MAGOG heisst die
Gruppe, die sich durch ein sensibles Zusammenspiel und eine ins Publikum ausstrahlende Kraft auszeichnet. (Die Tat).

....Dass in der Schweiz auch zeitgenössischer Jazz gemacht wird, bewies die Gruppe MAGOG, der Höhepunkt des Abends. Sie spielte eine abgerundete Suite, von Koenig und Kennel, die von Anfang bis Ende faszinierte. (Basellandschaftliche Zeitung).

....Die Gleichberechtigung der Einzelnen kommt in der Musik von MAGOG zum Ausdruck: sie ist homogen und dicht, vielseitig und sehr persönlich....MAGOG ist Klasse. Vor allem ist das Jazz von heute. (Tages-Anzeiger Zürich).

MAGOG: DER HÖHEPUNKT DES KONZERTS! Dass war lebendiger, origineller Free-Jazz mit einem farbigen Reichtum musikalischer Gedanken, die folgerichtig und nachvollziehbar durchgestaltet wurden und die vor allem auch eine rhythmische Gliederung nicht vermissen liessen. (Neue Zürcher Zeitung).

....Die Gruppe MAGOG hätte, wäre die frühere Formel des Wettbewerbs beibehalten worden, mit grosser Wahrscheinlichkeit die Spitze erreicht und die uneingeschränkte Gunst einer strengen Jury erspielt. (La Suisse).

.....Weil die einzelnen Musiker ihr Metier aufs beste kennen und weil ihre Einfälle und Ideen, sowohl der Rhythmik als auch in den melodischen Entwicklungen und Abläufen von erstaunlicher Kohäsion waren, bildete MAGOG die grosse Überraschung dieses Festivals. (L'Est Vaudois).

.....MAGOG sucht mit unvergleichlichem Geschick eine Synthese aus verschiedenen Strömungen. MAGOG war eine Offenbarung.....Diese Gruppe musste den Festivalbesuchern präsentiert werden, denn der Weg, den sie eingeschlagen hat, ist für unser Land von Interesse. (Feuille d'Avis de Vevey).

....Aufhorchen liess hingegen MAGOG. Alle Musiker überraschten positiv. Kleine Motive, Rhythmen und Stimmungen dienten als Material, als vorbestimmte Fixpunkte in der sonst freien modalen Musik. Das Arrangement, der Einsatz und die improvisatorischen Ideen von MAGOG geben zur Hoffnung Anlass, dass es bald wieder eine Schweizer Gruppe international zur Beachtung bringen könnte. (Der Bund).

....Überraschenderweise wartete die neue Formation MAGOG mit einer kleinen Sensation auf. Die sechs, einzeln bestens bekannten Jazz-Interpreten, spielten eine Musik, die sich an internationalen Massstäben messen darf. Alles klappte bestens; die sich "free-jazzig" bewegenden Soli der Bläser sowie ausgeklügelte Arrangements bestachen durch Sicherheit und Präzision. (AZ).

....MAGOG war eines der interessantesten Schweizer-Ensemble, die je auf der Bühne von Montreux präsentiert wurde. (Quelle unbekannt).

....Das Ensemble MAGOG spielt einen Free-Jazz, der nie in klangliche Anarchie mündet, und dessen musikalische Ehrlichkeit sich dem Zuhörer unmittelbar mitteilt. (Journal de Genève)

MAGOG, DIE GROSSE ÜBERRASCHUNG VON MONTREUX. Vor mehr als einem Jahr stiessen der Basler Saxofonist Andy Scherrer, der Trompeter Hans Kennel aus Zug sowie der Posaunist Paul Haag aus Zofingen zum Zürcher "Jazz Live Trio", das durch seine Mitwirkung an der Jazz-Live-Konzertreihe von Radio DRS bekannt geworden ist und in dieser Funktion zahlreiche grosse Solisten begleitete. Zusammen erarbeiteten die sechs Musiker ein musikalisches Konzept, das "alle Tendenzen, die heute im Jazz wirksam sind, die Jazztradition, den Rock und den freien Jazz verarbeiten und verschmelzen möchte". Am Jazzfestival Montreux der amerikanischen Stars feierte die neue Gruppe MAGOG Premiere. Dieser Auftritt wurde zu einem Riesenerfolg; das Publikum, die Presse sowie amerikanische Musiker und Kritiker waren von MAGOG begeistert. (Solothurner Zeitung).

LA BONNE SURPRISE. On connait peu MAGOG en Suisses romande. Mais la troisième partie de ce concert leur a permis de faire un réel malheur. A mi-chemin entre les premiers acquits de free jazz et de formes modales que léguaient il y a une quinzaine d'années les derniers hard boppers, leur musique était absolument parfaite. Parce que les musiciens connaissent à merveille leur métier et parce que leur inventions, tant sur le plan rythmique que sur celui des volute mélodiques a été le fruit d'une cohésion remarquable. Que ce soit Klaus Koenig, au piano, Andy Scherrer au saxes, Paul Haag au trombone, Peter Schmidlin, le batteur, Peter Frei à la basse ou le formidable Hans Kennel, à la trompette et au bugle, chacun a donné la preuve que si les hasards étaient parfois sollicités, l'intelligence de la constructions n'a jamais fait défaut. Et à ceux qui ne l'auraient pas cru, le bis réclamé à grands cris l'aura sans doute prouvé. Une découverte de première grandeur pour beaucoup. (L'est Vaudois Montreux).

....Klaus Koenig, einer der Lenker der Gruppe, verfolgte an Flügel und Elektroklavier das musikalische Geschehen mit aufmerksamen Reaktionen. In seinen Improvisationen steigerte er sich von simplen Lyrizismen bis zu hämmernden Clustern. Die Farbigkeit seines Spiels was grossartig. (Der Bund, Bern).

....Avec MAGOG, nous avons eu une excellente surprise. Dans un langage actuel, ce sextett fait une musique originale dans la répartition des voix, (arrangements) et dans la valeur mélodique et harmonique des divers mouvements de la suite jouée. I y a de la cohésion, des idées et du swing. MAGOA fut sur la scène de Montreux un des orchestres suisses les plus intéressants jamais présentés. (Tribune de Lausanne, 5. 7. 1973)

.....Révélé au festival de Montreux 1973, MAGOG est un groupe de musiciens suisses, dont l'ambition est apparemment de réconcilier l'explosion free avec le respect de quelques règles, de discipliner l'informel, jusqu'à lui faire réintégrer la norme. Oscillant entre la rigueur du quintette de Miles dans les années 60 et l'aléatoire des bruissements percussifs, entre une section rythmique swingante et l'électricité, entre des solistes lumineux et conventionnels cette musique séduit par son homogénéité. C'est que la cohésion du group est sans cesse mise en évidence que ce soit dans les moments très organisés ou dans des errances ou les musiciens se complètent fort bien. Au delà de ce travail en commun (y compris au niveau de l'écriture) qui fait du MAGOG l'un des groupes européens les plus intéressants il faut souligner le travail d'un remarquable soliste. Alors que la groupe cède parfois aux conventions, les interventions de Hans Kennel, le trompettiste, sont toujours une conjonction de technique et d'invention d'un très haut niveau. Ainsi se découvre l'un des trompettistes les plus passionants du continent. (Jazz Hot, Paris).

....Was die sechs Musiker boten, war mehr als nur Schweizer Spitzenklasse. Ihr zeitgenössischer Jazz (der allerdings nicht nur reiner Free-Jazz ist) bewies sowohl rhythmisch wie auch melodisch eine absolute Einheit und Ausgeglichenheit der sechs Musiker. In einer beispielhaften Improvisation führte MAGOG - solistisch, aber auch im Ensemble - zu bemerkenswerten Klangfarben, zu überraschenden Melodie- und Rhythmus-Konstruktionen. Ihre Musik, die neben einer ständigen geistigen Präsenz der Instrumentalisten auch das Emotionelle anspricht, stiess beim Publikum zu Recht auf Begeisterung. Und auch in der Zugabe hielt MAGOG was sie schon im Konzert zeigten; lebendige, ehrliche Musik. (Luzerner Neueste Nachrichten, 7. Juli 1973).

Über den Sinn grosser Jazzfestivals mag man sich streiten, sie werden mehr und mehr zu einem Schaufenster und Produktionsfeld der etablierten Plattenfirmen und bieten immer weniger echte Information über die aktuellsten Entwicklungen auf der Szene. Die Ausnahmen bestätigen die Regel und rechtfertigen das Festival, an welchem sie sich ereignen. Eine Ausnahme ist die neue Schweizer Formation, die am diesjährigen Montreux-Jazzfestival zu entdecken war, eine Überraschung nicht nur für den grossen Pulk ausländischer Kritiker, die alljährlich zur Monster-Jazzwoche an den Genfersee reisen. Das Sextett nennt sich MAGOG, die Musiker freilich , die es ausmachen, sind keine Newcomers im Schweizer Jazz......MAGOG orientiert sich (wenn auch keineswegs im Sinne einer Kopie)am Jazz, wie ihn etwa Miles Davis mit seinem vorletzten Ensemble praktizierte, ihre Musik ist zwar strukturiert durch kurze, ausgeschriebene Partikel, die aber frei eingesetzt werden und die solistische Freiheit der einzelnen in keinen Rahmen zwängen. Ein risikoreiches Unterfangen, welches das kürzlich erschienene erste MAGOG-Album.....umso erstaunlicher erscheinen lässt: da spürt man kaum einen Hauch von Provinz, da kommt man ohne das Wohlwollen aus, das man sonst bei Schweizer Gruppen gütig bemüht. (BN, 14. 12. 1973).

MAGOG, DIE GROSSE ÜBERRASCHUNG. Zwei weitere Hits der Woche in Montreux waren der Superstar Miles Davis - wie erwartet - und - völlig überraschend - die Schweizer Gruppe MAGOG. Die Mitglieder der MAGOG sind bekannt....Die MAGOG sind ein echt demokratisches Sextett. Einen Leader gibt es nicht. Bei langen, harten Proben, in vielen Diskussionen sind diese Musiker aneinander gewachsen und zu einer echten, homogenen Gruppe geworden. Es sei nicht wichtig, wer die Stücke geschrieben habe, meinte Hans Kennel. "Ob sie nun von Klaus, von Andy oder von mir kommen, richtig entstanden sind sie erst in Zusammenarbeit mit den anderen". Diese Gleichberechtigung kommt in der Musik der MAGOG deutlich zum Ausdruck: sie ist homogen, und sie ist dicht. Vor allem ist sie vielseitig und persönlich....Überraschend Klaus Koenig, der nicht mehr allein intellektuell, sondern auch sehr warm spielte. Er trug Wesentliches dazu bei, dass auch recht komplizierte freie Passagen sehr direkt verständlich wurden. Kurz, der aus Free, Rock, südamerikanischen Rhythmen und Soulelementen bestehende Jazz der MAGOG war Klasse. Vor allem aber ist er Jazz von heute. (Tages-Anzeiger, 11. Juli 1973).

....On regretta alors beaucoup que la compétition des orchestres européens ait été abandonnée, la formule de cette année consistant à grouper chaque soir des musiciens enregistrant sous le même label, Blue Note, Prestige, Impulse. MAGOG aurait probablement atteint les sommets et retenu les faveurs d'un jury. Le public ne s'y est pas trompé et lui a fait une ovation chaleureuse. Une cohésion éblouissante dans ce style difficile qu'est le free-jazz, et une démonstration extraordinaire de la valeur de certains musiciens suisses dont la notoriété ne devrait pas tarder à mieux dépasser nos frontières....(La Suisse, 5. 7. 73).

Feierabend-Jazz der Schweizerischen Bankgesellschaft

. ....Wesentlich höhere Ansprüche stellte darauf das Sextett MAGOG an die Zuhörer. Die Themen von Klaus Koenig und Hans Kennel - oft kurze Kopf- oder Überleitungsmotive zu nennen - waren meistens in parallelen dissonanten Klängen gesetzt. Neben diesen leuchtenden, effektvollen Zäsuren fiel den Spielern innerhalb des suitenartigen Aufbaus viel Raum für langestreckte pantonale Improvisationen zu.... (Fehlstelle in der Fotokopie). Bei aller Freiheit sehr kontrolliert spielte der Pianist Klaus Koenig. Dem sich in diesem Stil ergebenden Problem mit dem limitierenden Effekt von Akkorden oder Klängen stellte er sich allerdings meistens nicht und benutzte das Klavier ähnlich wie ein Blasinstrument. Seine beidhändig in parallelen Oktaven gespielten Tonketten erhielten Spannung durch allmähliche Ausweitung ihres Tonumfangs und ihrer Länge. Obschon Peter Frei (Bass) und Peter Schmidlin (Schlagzeug) meistens als "Timekeeper" zu arbeiten hatte, erhielten auch sie Raum zu eigener Expression und lösten ihre Aufgaben mit Musikalität und gutem Swing. MAGOG hat sich wirklich einen eigenen, vor allem klanglich temperierten Stil erarbeitet, der sich schwerlich einer einzelnen Jazztendenz zuordnen lässt. Die gesamte Gestaltung der Musik wirkt oft wie eine tonale Weiterentwicklung der hochinteressanten, aber fast vergessenen Gruppen von George Russell, Krysztof Komeda u. a. in den 60er Jahren. (jso). (Quelle unbekannt).

"MAGOG live in Montreux" Evasion EA 100 812:

Well, well, well. Here's Switzerland's anwer to Return to Forever, Herbie Hancock, and Weather Report and better than any of 'em. No, that's a ridiculous thing to say, I'll start again. MAGOG have clearly been listening to the younger, hipper American musicians who lean towards rock, and they,ve learnt from them and channelled those same energies into something very much their own. It‘s all highoctane, energetic youthful stuff, and is enthusiastically received by the cheering Montreux crowd. That's not surprising, because MAGOGs music is very immediate, lacking in depth or restraint perhaps, but a gas, nonetheless. All six members are world class musicians....Worth every penny. (Melody Maker, London).

MADE IN SWITZERLAND. So katapultartig wie die neue Schweizer Gruppe MAGOG ist hierzulande noch kaum jemand ins Jazz-Business befördert worden. Am diesjährigen Montreux-Festival hatte sie ihre Premiere. Die Fachpresse überschlug sich beinahe in Superlativen. Und vom selben Auftritt liegt jetzt auch noch ein Live-Mitschnitt vor....."MAGOG - Live in Montreux" ist eine Schallplatte, die zwar nicht über die emotionelle Kraft gewisser Hancock-Veröffentlichungen verfügt. Einen internationalen Vergleich auf europäischer Ebene braucht sie aber nicht zu fürchten. Sie trägt den Qualitätsstempel "Made in Switzerland". Und wer dabei Chauvinismus vermutet, sei beruhigt: Klaus Koenig, der die Mehrzahl der Kompositionen geschrieben hat (der Rest stammt von Hans Kennel und Andy Scherrer), ist Deutscher. (Aargauer Volksblatt, 14. 11. 1973).

......Wichtig wurde dieses Konzert aber vor allem durch die überzeugende Musik und den unerwartet grossen Erfolg des Schweizer New-Jazz-Ensembles MAGOG, das nicht nur zu einer schweizerischen, sondern zur eigentlichen europäischen Überraschung des Festivals wurde. Dass diese Resonanz kein zeit- und ortsbedingter Treffer war und das durchwegs positive bis begeisterte Presseecho - auch das für Schweizer Verhältnisse eine Überraschung - der Musik und dem musikalischen Engagement der sechs Spieler voll entsprach, beweist die davon vorliegende Platte, die den ungekürzten, knapp einstündigen Auftritt von MAGOG enthält.... Keimzelle von MAGOG ist das "Jazz Live Trio" vom Radio- Studio Zürich, das....ein grosse Anzahl wichtiger europäischer Jazzsolisten und "Americans in Europe" zu Gast hatte, und in dieser Zeit nicht nur ein ungewöhnliches Mass an Flexibilität und Einfühlungsvermögen erreichte, sondern sich zu einer profilierten Gruppe mit eigenständiger, am freien Jazz orientierten Spielauffassung entwickelte. Durch das Bedürfnis der Musiker des Jazz Live Trios - Klaus Koenig, p, Peter Frei, b und Peter Schmidlin, dr - mit einem Bläser nicht nur für einen Abend und eine Sendung zusammenzuarbeiten, sondern durch intensiveren musikalischen Kontakt, wie er durch längeres Zusammenspiel möglich wird, mit weiteren Spielern das Klang- und Ausdrucksspektrum zu verbreitern, wurde das Trio immer wieder zum Quartett vergrössert. Mit dem Trompeter Franco Ambrosetti und zuletzt besonders mit Andy Scherrer, Saxophone, entstanden Gruppen, deren swingende und direkte Musik bei zahlreichen Tourneen und Gastspielen auch ausserhalb der Schweiz Beachtung fand. Die Gründung des Sextetts MAGOG - ebenfalls mit Scherrer - erscheint in diesem Zusammenhang als konsequente Weiterführung der Bestrebungen, durch Vergrösserung des Ensembles einerseits zu vielfältigen Möglichkeiten des Sounds zu kommen und andererseits auf der so erweiterten Basis kommunikativer Querverbindungen und gegenseitiger Inspiration den Spielraum des einzelnen gleichermassen als Solist wie auch als gleichberechtigter Partner eines kollektiven Entstehungsprozesses auszudehnen. In der Musik von MAGOG wird auf erstaunliche, fast verblüffende Art deutlich, wie gross immer noch die gestalterischen Möglichkeiten sind, eine ideenreiche Musik in einem Bereich zu machen, der....manchmal schon völlig ausgeschöpft und erschlossen scheint. Innerhalb des durchgehenden, suitenähnlich angelegten Auftritts wirkt der formale Aufbau und die Gliederung des wechselnden thematischen Materials genauso überzeugend, wie die frei gestalteten Solopartien der einzelnen Spieler und die logisch erscheinenden Übergänge zwischen den fixierten, durchstrukturierten und den ungebundenen Passagen. (Jazz Podium 3/1974).

Nachdem sich diese Gruppe am 73er Jazzfestival von Montreux in Szene gesetzt hatte, waren die Musikkorrespondenten der Schweizer Zeitungen um mundige Worte nicht verlegen: MAGOG hatte für "einen der grossen Momente dieses Festivals" (Luzerner Neueste Nachrichten) gesorgt, war "die grosse Überraschung" (L'Est Vaudois), "eine kleine Sensation" (AZ) gar und erzielte schlicht "einen Triumph" (L'Imperial). Kurz: "MAGOG liess aufhorchen". (Der Bund). Dank der Mitschnitt-Platte kann man die sommerliche Festival-Begeisterung nachvollziehen: Das helvetische Jazz-Sextett MAGOG ist - nüchtern und nicht durch die Rosa-Brille betrachtet - durchaus mit den sprichwörtlich "internationalen Spitzenensembles" vergleichbar, sowohl was seine technische Solidität wie seine Augenblicks-Kreativität anbelangt. Musik für Leute von heute, die sich weder in Gehirnen noch in Stilkarteien sogleich schubladisieren lässt, Musik, die aus verschiedenartigsten Quellen schöpft, aber insgesamt ziemlich genau in der mittleren Stossrichtung fliesst, die der neue Jazz der siebziger Jahre eingeschlagen hat. Swingender Kern von MAGOG ist das Jazz Live Trio von Radiostudio Zürich: Pianist Klaus Koenig (spiritus rector und wohl eigenständigster MAGOG-Solist), Bassist Peter Frei und Drummer Peter Schmidlin. dazu ein Bläser-Terzett: der alt- (und zu Recht) bekannte Trompeter Hans Kennel, der Posaunist Paul Haag und der Basler Saxofonist Andy Scherrer, der sich in den letzten Monaten als CH-Jazzer in eine echte Top-Position emporgepustet hat. MAGOG - so erklärt Klaus Koenig die Herkunft der Gruppenbezeichnung - "ist der Name eines barbarischen Volkes aus dem Alten Testament und wurde als Drohformel verwendet". Drohformel? MAGOG steht jetzt und künftig als Syntheseformel einer Musik zwischen Jazz und Rock, zwischen "natürlichen" und "künstlichen" Klängen, zwischen Formwillen und Freiheitsdurst, zwischen östlich inspirierten Lyrismen und Miles-Davis-Agressivität. (tv-Radio + Fernsehen).

.....Dass der grosse Erfolg, den das Schweizer New-Jazz-Ensemble MAGOG beim letzten Montreux-Festival hatte, kein zeit- und ortsbedingter Glückstreffer war und das durchweg positive bis begeisterte Presseecho dem musikalischen Engagement der sechs Solisten und der Qualität der Musik voll entsprach, beweist die nun vorliegende Platte "MAGOG live in Montreux", die den ungekürzten, knapp einstündigen Auftritt enthält und innerhalb der Reihe "Montreux Jazz/Living Now" bei der Lausanner Plattenfirma Evasion erschienen ist. Die Gründung, den Montreux-Erfolg sowie das Fortbestehen und die auf intensiver Zusammenarbeit beruhende Weiterentwicklung einer derartigen Gruppe (MAGOG unternahm gerade wieder eine ausgedehnte Konzerttournee) möchte ich als erfreulichstes Ereignis dieses Jahres innerhalb der Schweizer Jazzszene bezeichnen). (Tages-Anzeiger, 16. Januar 1974).

Jazz Festival Zürich 1973:

Nach dem Grosserfolg in Montreux war man gespannt auf das Auftreten der Schweizer Gruppe MAGOG. Anfänglich etwas verhalten, steigerten sich die Musiker zu musikalischen Leistungen, die für eine Schweizer Gruppe fast unmöglich erscheinen. Falls die Gruppe, deren erste Platte "Live in Montreux" in diesen Tagen erscheint, weiter mit solcher Konstanz und solchem Ideenreichtum an sich arbeitet, wird der internationale Durchbruch nicht mehr lange auf sich warten lassen. (Solothurner Zeitung).

Jazz in Lörrach:

Am Anfang war es ein höfliches Publikum, eine Verstärkeranlage mit Tücken und kalte Finger. Doch die sechs MAGOG-Leute überspielten diese Anfangsschwierigkeiten im Lörracher Jazztone in kurzer Zeit und vermittelten jene intensive Stimmung, die in Montreux für sie den Durchbruch bedeutet hatte. Gespielt wurden drei Sets von Kompositionen von Andy Scherrer, Hans Kennel und Klaus Koenig ("die andern sind zu faul"), darunter die MAGOG-Suite. Der Sound liegt im Trend der Integration von Mainstream, Free und Jazzrock, doch ist er jenseits aller modischen Vorbilder. Unerschöpflich sind die musikalischen und rhythmischen Ideen, sowohl was die Arrangements betrifft, als auch in den Soli. Obwohl Klaus Koenig lieber am akustischen Klavier spielt, kommt seine Sensitivität, die ein fast transzendentales Gefühl vermittelt, auch am Elektropiano zu Ausdruck.....Sanft und warm waren die Trombone-Soli von Paul Haag, fast das Gegenstück zu den mit nervöser Spannung und Verspieltheit vollgepackten eines Hans Kennel an Trompete und Flügelhorn. Peter Schmidlin an den Drums und Peter Frei am Bass scheinen sich längst über die Tücke des Objekts, d. h. über die technische Schwierigkeit ihrer Instrumente hinweggesetzt zu haben. Da werden gleichsam nur noch die Ideen umgesetzt. Statt des erkrankten Andy Scherrer hat die Band im Argentinier Hugo Heredia einen vollwertigen Ersatz gefunden. Sowohl seine Bop-Phrasierung auf dem Tenorsaxophon als auch seine kompromisslos jazzige Flöte überzeugen. Dynamik und musikalische Spannung kennzeichnen den Lörracher Auftritt. So wunderte es niemanden, dass etliche Besucher mit der MAGOG-Platte aus Montreux unter dem Arm den Heimweg antraten. Und übrigens: auch ganz simplen, unarrangierten Blues können sie spielen, gleichsam als kleines Geschenk an alte Jazztone-Hasen, denen es bei den MAGOG-Arrangements nicht mehr ganz wohl war. (National-Zeitung, 11. 12. 1973).

MAGOG: JAZZ-HEXENKÜCHE. Seit dem Auftritt von MAGOG am diesjährigen Montreux-Jazzfestival hat der Name dieser Schweizer Formation Klang. Sechs Musiker, die alle in der doch mehrheitlich epigonalen jüngsten Schweizer Jazzgeschichte "umhergeisterten", sind auf dem Wege, ihre Erfahrungen und Sehnsüchte gemeinsam zu vereinigen mit einem musikalischen Konzept, bei dem es jedem möglich ist, sich selbst zu sein. Wie MAGOG vor einigen Tagen im Lörracher "jazztone" bewies, hat sich die Gruppe seit Montreux noch weiter entwickelt. Eine Folge von farbigen Stilbildern prägt den Ablauf der MAGOG-Musik, von der wilden Bebop-Flucht über das kaltschnäuzig dissonante oder düster dämonische Neinsagen zur Tradition bis hin zur lyrischen Raumgestaltung mit eingestreuten fanfarenartigen Signeten der prägnanten Bläsersektion.....Weitmaschig, einen vertrackten Swing in den Knochen, führt Peter Schmidlin die Schlegel, untermalt durch verhalten schöne Perkussion einzelner Mitmusiker. Pianist Klaus Koenig verblüfft zwar mit seiner Technik, bleibt aber in seiner Askese oft "Rufer aus dem Elfenbeinturm". Peter Frei knüpft auf seinem Bass kunstvoll das Netz, welches sechs gleichberechtigte Musikerpersönlichkeiten in ihrem verschiedenartigen Spiel so homogen erscheinen lässt. (J. U.) (Quelle unbekannt).

Migros-Tournee 1974.

Im letzten Februar veranstaltete die Migros mit verschiedenen Schweizer Musikern eine Konzerttournee. Mit von der Partie waren....auch die Gruppe MAGOG. Um zu zeigen, wie sie innerhalb dieses eher unüblichen Rahmens wirkten, sei an dieser Stelle der entsprechende Passus aus der damaligen Besprechung im "Zürcher Oberländer" (25. 2. 74) wiedergegeben. Das besprochene Konzert fand im St. Galler Stadttheater statt. "MAGOG kamen, spielten, siegten....Was die Rockgruppe "Tabula Rasa" nicht fertigbrachte, MAGOG tat es mit lockerer Hand: die sechs hervorragenden Jazzmusiker rissen das Publikum zu Begeisterung hin. MAGOG hätte noch stundenlang weiterspielen können".....(Ue). (Quelle unbekannt).

...Zu harte Kost für einen grossen Teil des Publikums bot die wohl brillanteste Jazz-Crew der Schweiz, die MAGOG. Schweizerisch ging's auch da nicht zu, eher à la Hancock, Corea und Jarrett, aber was da von der Bühne kam, war....brillante, virtuose und abwechslungsreiche Musik. Die einzelnen Teile der ganzen Suite, teils völlig frei, teils über komplizierte Tonskalen, teils in swingenden Modern-Jazz-Rhythmen, überspannten die ganze Skala dessen, was heute Jazz heisst. Die Musik blieb auch dort, wo dichte rhythmische und melodische Netze gewoben wurden, durchsichtig, locker und klar, die Sätze kamen sauber und homogen, und die Soli überzeugten nicht durch Lautstärke, sondern durch Virtuosität und Originalität. (Tages-Anzeiger)

Solothurn:

HERVORRAGENDES KONZERT DER MAGOG. Kürzlich konnte die Organisation Pro Jazz Solothurn die führende Jazzformation der Schweiz, MAGOG, dem Solothurner Publikum vorstellen....MAGOG trat als geschlossene Gruppe auf, keiner der Musiker stach heraus oder nahm eine führende Position ein. Dennoch ist das Niveau der Musiker überdurchschnittlich hoch. Klaus Koenig zehrt von seiner langjährigen Tätigkeit als Begleiter namhafter Musiker, stellte sich aber auch als sensibler Solist vor. Peter Frei am Bass gab der Gruppe ein solides musikalisches Gerüst und übernahm häufig die Soli, die als Übergang gedacht waren. Er verfügt über ein Einfühlungsvermögen und eine Technik, die ihn zu den besten Bassisten Europas zählen lassen. Peter Schmidlin sorgt am Schlagzeug zusammen mit Peter Frei für den Rhythmus, der bei MAGOG eine entscheidende Rolle spielt....(Solothurner Nachrichten, 1. 2. 1974)

Basel:

MAGOG-STERNSTUNDE AM TOTENTANZ. Nicht nur für die Zuhörer im Jazz Workshop am Totentanz, sondern auch für die sechs MAGOG-Musiker selbst war das Saison-Eröffnungskonzert vom vergangenen Freitag mehr als ein Auftritt, der die Erwartungen erfüllte. Beinah ist man versucht, die Superlativ-Schublade weit zu öffnen und von einer Sternstunde zu reden. MAGOG hat seinen Stil seit dem Auftritt am Montreux Jazz Festival konsequent weiterentwickelt. Die Kombination komplexer Neutöner-Elemente mit Hardbop und entspannter Rhythmik gelingt immer perfekter und klingt - vermutlich dank wachsender Routine - fast problemlos und selbstverständlich. Faszinierend an dem Sextett ist die spielerische Vereinigung von sechs ausgeprägten musikalischen Individualisten zu einem Ganzen. Ohne weiteres ist der jeweilige Komponist eines Stückes erkennbar, dennoch klingt es in der kollektiven Verwirklichung weniger nach Koenig, Kennel oder Scherrer, sondern eben nach MAGOG. Da waren Hans Kennels zugleich nervösen und fröhlichen Soli auf Flügelhorn und Trompete, die so angenehm prickelten, wie es in der Champagner-Reklame jeweils heisst. Da waren gelungene Experimente mit dem Multivider von Paul Haag an der Trombone. Wie Pianist Klas Koenig scheint Haag zu den wenigen Musikern zu gehören, bei denen Elektronik mehr als künstliches Beiwerk ist, 2nämlich eine weitere Möglichkeit, sich zu realisieren. Schlechthin grossartig und daher kaum in Worte zu fassen war indessen ein Solo von Tenorist Andy Scherrer, es sei denn, man ziehe die Grossen der Branche zum Vergleich heran. Auch Roland Hanna, der die Musikwoche im Vis-vis mit einem Solo-Piano-Recital eröffnet hatte, kam auf einen Sprung in den Totentanz-Keller, hörte jedoch nur noch das letzte MAGOG-Stück. Erstaunt war der US-Pianist jedenfalls, als er hörte, dass die Band bisher erfolglos nach einem Produzenten für ihre zweite LP sucht. (9. 9. 1974, Quelle unbekannt).

MAGOG IM WORKSHOP. "Fullhouse" konnte ein strahlender Peter Fürst vor dem MAGOG-Konzert im Jazz-Workshop verkünden. Nicht nur jeder Stuhl, auch die Stehplätze an der Bar und auf der Treppe waren besetzt mit den Fans der derzeit wichtigsten Schweizer Jazz-Formation. Bis nach Mitternacht spielten die sechs Musiker, angefeuert und begeistert applaudiert von den Zuhörern, die ihnen jenes Feedback brachten, ohne das Jazz-Improvisationen oft leblos bleiben müssen. Viel Arbeit am Sound und an neuen Kompositionen waren zu spüren, die Musik ist dichter geworden, das Gruppengefühl hat sich gesteigert. Nahtlos fügen sich die verschiedenen Stücke eines Kennel, Koenig und Scherrer nun ineinander, man spürt, dass da nicht Kompositionen aneinandergereiht werden, sondern dass sie in der Gruppe entstanden und verarbeitet worden sind (vgl. auch NZ vom Donnerstag). Grundgerüst ist immer noch die MAGOG-Suite, die jedoch neu angeordnet präsentiert worden war. Dynamische und lyrische Passagen, Rock- und Swing-Rhythmen wurden in ein dialektisches Spannungsfeld zueinander gesetzt, ein Spannungsfeld, das sich auch zwischen den Musikern im Laufe des Konzerts verdichtete. Nahtlos wurden die Improvisationsideen gegenseitig übernommen, und in dem dichten Gefüge war kaum mehr ersichtlich, wo das Arrangement aufhörte und die Improvisation begann: MAGOG zieht in seinen Bann, wer immer sich bemüht, wirklich zuzuhören, denn da gibt es keine Ablenkung durch den Auftritt eines Starsolisten, da ist Homogenität und gemeinsame musikalische Zielvorstellung. (National-Zeitung, 18. 7. 1974).

Swiss Jazz Scene 1974..... Schliesslich muss wieder die Schweizer Gruppe MAGOG erwähnt werden, die durch konsequente Teamarbeit und Weiterentwicklung jetzt ein musikalisches und spieltechnisches Niveau erreicht hat, das mit den besten europäischen Gruppen dieser Art auf derselben Stufe steht....(National-Zeitung, 3. 1. 1975).

"MAGOG" JAPO 60011:

The German Japo label is a sister to ECM, and as such enjoys the same glorious Deutsche Grammophon pressings. And although its artists are more obscure, Japo tends to be where one looks to find the blowing in the ECM stable, for its artists comply less with Manfred Eicher's "chamber jazz" fixations. Take MAGOG (Japo 600011) for example, the second album by the band of the same name. A Swiss unit that is strictly part-time, and all the more enthusiastic for it....To describe them as "spirited" would be to do them a disservice, for they fairly blaze through an albums-worth of self-penned material which traverses most of the new mainstream's territory, gnawing at the frontiers of rock and dissonance, but lacking the experience or the self assurance (or perhaps merely the inclination) to take either extreme all the way. Whatever, they do what they do well (much of the feel of this album puts me in mind of Miles' "Filles De Kilimanjaro", which can't be altogether bad), and have a particularly interesting composer in Klaus Koenig. His "Der Bachstelzer" is quite intriguing - bass and keyboards maintain a spare, shifting rhythm, over which each of the front line players solos in turn, trumpeter Hans Kennel's contributions generating the most heat. (Melody Maker, 1. 5. 1976).

If this album is any indication, MAGOG is a group to watch. The young Swiss sextett has a strong group identity and a lot of individual talent among them. Particularly impressive are trombonist Paul Haag and pianist Klaus Koenig. The group plays its own material and they are interesting composers as well, the most memorable cuts being "Der Bachstelzer" with the horns playing over long sustained chords and "Summervogel" effectively evoking the sound and images of summer. (Jazz Forum, 3/ 1976).

.....war man auf das schon lange angekündigte Erscheinen der zweiten Platte um so gespannter. Die Besetzung hat sich in der Zwischenzeit nicht geändert und nach wie vor ist das Jazz Live Trio von Radio Zürich die solide rhythmische Basis für die solistischen Höhenflüge der Bläser ebenso wie für die intelligent arrangierten, originellen Kollektivsätze, die ausnahmslos von den beteiligten Bandmitgliedern stammen. Alle Musiker, als Solisten wie im Kollektiv, spielen in Hochform, wie sie nur bei den besten Live-Konzerten der Gruppe je erreicht wurde. Überzeugend nach wie vor der formale Aufbau der einzelnen Kompositionen und die konsequente Gliederung des thematischen Materials im Wechsel zwischen freigestalteten Solopartien und den fixierten, durchstrukturierten Teilen im Tutti. Auf den in den Konzerten oft praktizierten Zusammenschluss mehrerer Kompositionen zu zusammenhängenden, wie logisch ineinander übergehenden, suitenähnlichen Stücken wurde hier zugunsten in sich geschlossener Einzelkompositionen verzichtet. Bedenkt man, wie schwierig es ist, für eine derartige Besetzung heute noch etwas Originelles zu schreiben und für die Gruppe als Ganzes, trotz der vielen Bezugspunkte zu einer möglichst eigenständigen, inspirierten Aussage zu kommen, muss man das Ergebnis um so höher einschätzen. Man höre sich nur einmal das Stück "Gogam" und hier besonders den schnellen Mittelsatz an, wie da die Rhythmusgruppe "marschiert" und zusammen mit Andy Scherrers Tenorsaxophon-Drive "die Post abgeht", oder das nachfolgende "Rhoades" von Klaus Koenig mit seinen freigestalteten Passagen, in denen vor allem Posaunist Paul Haag und Hans Kennel, Trompete, und daran anschliessend Peter Frei am Bass mit überzeugenden Solo-Exkursionen die prickelnde, an George Russels Musik erinnernde, Atmosphäre anheizen. Aber auch bei den übrigen gelungenen Stücken wird mit überraschender Prägnanz deutlich, zu welch überzeugenden musikalischen Resultaten ein Höchstmass an kollektiver Kommunikation führen kann. Kommunikation erscheint hier nicht als musikalisches Zufallsprodukt, sondern als Ergebnis eines gemeinschaftlich angegangenen Lernprozesses. Zu einem Höhepunkt der bisherigen Aktivitäten dürfte die Mitwirkung bei der nächsten SWF-Jazz-Session werden, wo neben MAGOG noch das Thad Jones- Mel Lewis Jazz Orchestra spielen wird (am 16. September in Waldshut), einer Veranstaltung, die vom Südwestfunk live mitgeschnitten werden wird. Im Frühjahr 1977 steht zudem eine von "Pro Helvetia" unterstützte Frankreich-Tournee mit Konzerten und Radioaufnahmen in Paris (für die ORTF) auf dem Programm. (National-Zeitung, 1976).

Festival de Jazz Nyon 1976:

DEUX TROMPETTES AU SOMMET.....C'est dans une confrontation magistrale entre deux trompettistes que résidait l'intérêt du concert de mercredi soir. En effet, le Suisse Hans Kennel du groupe MAGOG était opposé aux "Cassius -Clay" des trompettistes de jazz, Marvin Peterson.....On connaissait de réputation Hans Kennel, qui a prouvé que cette réputation était loin d'être usurpée. Sa sonorité mach, empreinte d'influence davisienne, sa formidable vélocité et sa musicalité ont impressionné. Il faut dire qu'il est merveilleusement accompagné par Klaus Koenig, un pianiste qui est en train de se faire une place au soleil en Suisse, et qui plaît par sa subtilité harmonique, son sens de l'accompagnement et de la construction du solo. Si, au sein du groupe MAGOG, ces deux musiciens se sont particulièrement mis en valeur, il ne faudrait pas oublier les autres interprètes, surtout le très lyrique saxophoniste Andy Scherrer et les rythmiciens efficaces que sont Peter Frei à la basse et Peter Schmidlin à la batterie. MAGOG a évolué depuis sa dernière apparition au Festival de Montreux mais sa musique reste toujours merveilleusement actuelle. (Tribune de Genéve, 18. 6. 1976).

MAGOG, aujourd'hui, c'est non seulement le meilleur orchestre suisse, mais l'un des plus consistants sur le plan européen. Tout y passe, c'est vrai, influences de Keith Jarrett, Coltrane, McCoy Tyner, rythmes et sons latins, retombées "free", et même réminiscences, sur le plan de l'écriture, de la "west coast". Mais l'assimilation est remarquable et le résultat final est un objet musical qui n'est ni hybride ni sous-développé, au contraire, à la fois brillant et substantiel, d'une homogénéité impressionante. A de belles qualités instrumentales, à un souci architectural toujours agréable, MAGOG ajoute un dynamisme d'autant plus attachant qu'il n'est reflété par aucune attitude démagogique, les moments de tension étant résolus avec un équilibre sans faille. (24 heures, 18. 6. 1976).

....Le groupe MAGOG, qui est probablement le plus remarquable ensemble de jazz actuel de Suisse. Solide, structurée, exempte de tout effet facile, homogène, originale, tels sont les qualificatifs essentiels que l'on peut attribuer à la musique de MAGOG.....Des musiciens sont tous de merveilleux instrumentalistes et nous n'oublierons surtout pas de pianiste-compositeur Klaus Koenig, dont la personnalité musicales est de toute grande classe. En bref, du travail très sérieux. (J.P.E. Quelle unbekannt, 6/1976).

MAGOG und das Thad Jones Mel Lewis Jazz Orchestra in Waldshut:

Wohl auch als aufmerksame Geste an die zahlreichen Konzertbesucher aus der benachbarten Schweiz gedacht wurde der erste Konzertteil von der schweizerischen Spitzengruppe MAGOG bestritten....Das weit über unsere Landesgrenzen hinaus bekannte Sextett, das seinen grossen Publikumsdurchbruch anlässlich eines fantastischen Konzerts im Rahmen des Internationalen Jazz-Festivals von Montreux 1973 erzielte, startete mit der anspruchsvollen Gemeinschaftskomposition "Gogam", die sich zum Teil hart an der Grenze zum "Free-Jazz" bewegte. Speziell der avantgardistische New-Jazz erfordert heute neue und engagiertere Hörgewohnheiten, wenn man sich mit den Kreatoren eines modernen, zeitgenössischen Jazz auseinandersetzen will. Es war deshalb das besondere Verdienst der Rhythmusgruppe, dass sie den solistischen Höhenflügen des virtuosen Hans Kennel, dem brillanten Paul Haag und den entfesselten Attacken von Andy Scherrer eine derart solide Basis bieten konnte. Das in der Jazzgruppe MAGOG integrierte "Jazz Live Trio" mit Klaus Koenig, Peter Frei und Peter Schmidlin, welches sich sowohl als eigentliche Haus-Rhythmus-Section des Radio-Studio Zürich, wie aber auch als Begleit-Combo so berühmter Jazz-Stars wie etwa Johnny Griffin oder Lee Konitz auch international einen guten Namen gemacht hat, verdient schliesslich für sein äusserst homogenes Zusammenspiel noch spezielles Lob. Und hatte es beim höchst kompakten Vortrag der aus der Feder von Klaus Koenig stammenden melodischen Komposition "Der Bachstelzer" noch den eindeutig stärksten Applaus vor der Pause gegeben.... (Der Lehrling, Dezember 1976).

3. Internationale Swiss Jazz Days Solothurn 1977:

....Als das Sextett MAGOG am Montreux-Festival 1973 erstmals öffentlich auftrat, waren Publikum, Kritiker und auch amerikanische Musiker von der Formation stark begeistert. Der "Melody Maker" sprach von der überlegenen Antwort der Schweiz auf Gruppen wie "Return To Forever", Herbie Hancock und "Weather Report". Seither hat sich die Gruppe noch bedeutend weiterentwickelt und zählt heute zweifellos zu den besten europäischen Gruppen, die verschiedene Musikarten, wie Jazz, Rock, südamerikanische Folklore und moderne E-Musik zu einer eigenständigen Synthese vereinigen. (Luzerner Tagblatt, 11. 1. 1977)

....Im Gegensatz dazu MAGOG, die seit 1973 bestehende rein schweizerische Spitzenformation, die mit einem ungemein stilsicheren und ausgereiften Vortrag aufwartete. Trotz viel technischer Zurückhaltung besteht bei dieser Gruppe ausserordentlich viel Freiheit in jeder Hinsicht für jedes einzelne Mitglied. MAGOG zählt heute sicher zum Besten, was in der Schweiz und in Europa zu hören ist, und es ist nur zu hoffen, dass die Gruppe auch weiterhin zusammenbleibt, da in ihr offensichtlich eine eigenständige und einzigartige Kreativität wirklich möglich ist. (Solothurner Nachrichten, 17. 1. 1977).

3. Willisauer Jazzfestival 1977:

Den Auftakt machte am Donnerstagabend das Schweizer Sextett MAGOG mit einem überraschend inspirierten Auftritt von grosser Geschlossenheit sowie ausgezeichneten Soli der einzelnen Spieler, wobei diesmal besonders Klaus Koenig mit ungewohnt wilden und freien Ausbrüchen an Klavier und E-Piano die Aufmerksamkeit auf sich zog. Die Willisauer Premiere von MAGOG war eigentlich schon lange überfällig. Organisator Troxler möchte mit seinen Konzerten und Festivals jedoch zu Recht ungewöhnliche und möglichst einzigartige musikalische Ereignisse anbieten, was nicht möglich ist, wenn eine Gruppe bereits das Jahr hindurch an diversen anderen Orten der Schweiz zu hören ist. Zwei Umstände machten nun MAGOG "reif" für Willisau: einerseits sind Konzerte dieses wohl besten Modern-Jazz-Ensembles der Schweiz seit einiger Zeit bei uns selten geworden, zum anderen konnte ohne grundlegende Konzeptänderungen doch eine Intensivierung von Kollektivspiel und Gruppensound erreicht werden, wobei der neue Saxofonist Heiner Althaus (Nachfolger von Andy Scherrer) sicher eine nicht unbedeutsame Funktion erfüllt. (Jazz, 5/1977).

....Die aus dem erweiterten Jazz Live Trio 1973 hervorgegangene Schweizer Gruppe MAGOG.....zählt zur schweizerischen, ja europäischen Spitze im New Jazz. Die eigenwillige und enorm flexible Musik dieser Gruppe (im Konzert hauptsächlich Kompositionen von Klaus Koenig und Hans Kennel) ist das Resultat einer geschickten, interessante Möglichkeiten eröffnenden stilistischen Fusion aus Hard Bop-, Free- und Rockelementen. Der Dank grosszügigen Freiräumen stark solistisch geprägte und somit auch individuelle Verarbeitungen ermöglichende, aber dennoch erst im Kollektivspiel sich so richtig mitreissend und bilderreich entfaltende Jazz der MAGOG legt in jeder ihrer Nummern eine unglaubliche Fülle markanter Einfälle dar; derart viele, dass sie oft, ohne voll ausgespielt zu werden, im Ansatz stecken bleiben müssen. Eine wirkliche Überraschung war der anstelle Andy Scherrers neu hinzugekommene junge Saxofonist Heiner Althaus....(Vaterland/Solthurner Nachrichten).

VIELVERSPRECHENDER BEGINN. Das Eröffnungskonzert vom Donnerstagabend brachte eine fast ausverkaufte Festhalle - und natürlich hochklassige Musik. Die Festivalbesucher kamen vor allem, um McCoy Tyner zu sehen. doch die Schweizer Formation MAGOG war an diesem Abend mehr als eine Zugabe. Ohne den angekündigten Pierre Favre, dafür mit dem vollständigen Jazz Live Trio als Kern, Peter Frei (b), Peter Schmidlin (dm) und dem schlechthin hervorragenden Klaus Koenig (p, e-p) sowie den Bläsern Paul Haag (tb), Hans Kennel (tp, flh) und Heiner Althaus (ss, ts) spielte MAGOG ein an Höhepunkten reiches Set wie selten schon einmal. Ihr wie erwartet stilmässig weit gefächertes Repertoire liess auch viel Raum für Besetzungsspielereien. Das Sextett musizierte selten, höchstens bei den Anfangs- und Endthemen, als Ganzes zusammen. Weite Passagen waren für begleitete Soli offen, doch meistens ging die Strukturierung der einzelnen Nummern sogar so weit, dass man im Trio, Duo oder nur noch solo weiterspielte. Diesbezügliche Glanzstücke waren Peter Schmidlins äusserst originelles und melodisches Drumsolo im ersten, und Paul Haags Parforceleistung an der Posaune im zweiten Teil. Nur von Haag und Schmidlin zu reden wäre ungerecht. Da muss auch die Leistung des neuen Saxofonisten Heiner Althaus erwähnt werden, der sich ausgezeichnet ins Gruppengefüge eingearbeitet hat; da wären Hans Kennels Trompeten- und Horn......(Fehlstelle der Fotokopie)....In Willisau wurden nicht schale Vorspeisen serviert, sondern nur Ereignisse....(Luzerner Tagblatt, 27. 8. 1977).

Effretikon:

ERSTKLASSIGER FREE- UND ROCK-JAZZ IN EFFRETIKON. "Nicht nur für die Zuhörer, sondern auch für die sechs MAGOG-Musiker war das Saison-Eröffnungskonzert vom vergangenen Freitag mehr als ein Auftritt, der die Erwartungen erfüllte. Beinahe ist man versucht, die Superlativ-Schublade weit zu öffnen und von einer Sternstunde zu reden. MAGOG hat seinen Stil seit dem Auftritt am Montreux Jazz Festival konsequent weiterentwickelt. Die Kombination komplexer Neutöner-Elemente mit Hardbop und entspannter Rhythmik gelingt immer perfekter und klingt....fast problemlos und selbstverständlich". Dies ist der Anfang einer begeisterten Kritik, welche der Schweizer Gruppe MAGOG nach ihrem Auftritt im Basler "Totentanz" anfangs September dieses Jahres in der "National-Zeitung" zugedacht wurde. Ähnliche Stimmen waren schon im Frühjahr 1973 ertönt, als MAGOG erstmals vor einem kritischen und an internationalen Vergleich gewöhnten Publikum erschien: am Festival von Montreux nämlich. Damals sprach die Schweizer Presse unisono von "einem der grössten Momente", von "kleiner Sensation", von Faszination, von der "einzigen wirklichen Entdeckung dieses Festivals" oder, was als Zusammenfassung zu deuten wäre, von "Musik, die sich an internationalen Masstäben messen darf".....(Quelle unbekannt, 1977).

Glarus:

Begeisternder moderner Jazz. Zum Konzert in Glarus. ...Bei MAGOG steht eindeutig inspiriertes, improvisiertes Musizieren im Vordergrund, wobei gegenseitige Unterstützung und ein ausgeglichenes Zusammenspiel besonders gepflegt werden. MAGOG versucht nicht, den Stil erfolgreicher amerikanischer Gruppen zu imitieren, sondern geht wirklich eigene Wege, ohne aber die Verbindung zur Tradition zu brechen. So waren denn auch alle gespielten Stücke Eigenkompositionen, von denen diejenigen Koenigs und Kennels besonders hervorstachen. Letzterer bestach auch durch sein grossartiges Trompetenspiel; sein Gewinn an Selbstsicherheit und Überzeugungskraft im Vergleich zu früheren Jahren ist offensichtlich. Andy Scherrer faszinierte mit seinem Einfühlungsvermögen und seinen Ideen, ohne nach irgendeiner Pseudo-"Free"-Manier seine Saxophone "auszuquetschen". Für den Posaunisten Paul Haag war es etwas schwierig, klar aus dem Gesamtklang der gut verstärkten Rhythmusgruppe herauszutreten; so glänzte er hauptsächlich in einem allein vorgetragenen ideenreichen Intro-Solo. Die Rhythmusgruppe, die schon an der letzten "Nuit de Jazz" als "Jazz Live Trio" mitwirkte, gefiel durch grossartiges Zusammenspiel und eine in ähnlichen Gruppen selten zu beobachtende Dynamik. Klaus Koenig konnte sich besonders am akustischen Piano seit der erwähnten "Nuit de Jazz" noch steigern, während dem das Können von Peter Schmidlin, Schlagzeug, und Peter Frei, Bass, einfach phänomenal ist, ein noch schöneres und besseres Spiel kann man sich einfach nicht vorstellen. Im Gegensatz zu älteren Stilarten dauerten die Stücke oft bis zu einer Viertelstunde, was den Solisten Gelegenheit gab, aufbauend aus sich herauszugehen und das gern klischeehaft werdende Spiel kurzer Soli zu vermeiden. (Glarner Nachrichten).

Jazz-Gruppe MAGOG löst sich auf.

Eine der profiliertesten Schweizer Modern-Jazz-Gruppen, die MAGOG, hat sich aufgelöst: am vergangenen Wochenende sind die sechs Musiker zum letzten Mal gemeinsam aufgetreten. Die Gruppe, vor beinahe sechs Jahren aus der Zusammenarbeit des Zuger Trompeters Hans Kennel mit dem Jazz Live Trio entstanden, vertrat eine der Stilrichtungen des modernen Jazz, die nicht eben leicht zu konsumieren und entsprechend zu "verkaufen" war. Ihre oft suitenartigen Eigenkompositionen, eine raffinierte Verbindung von durcharrangierten, an fixierte Harmoniefolgen gebundenen Teilen und freien, an einzelnen Motiven und Tonskalen organisierten Partien, bezogen Hardbop- und Free-Jazz-Elemente ebenso ein wie - sparsam - Jazz-Rock- und Folkloremotive. Was die MAGOG vor den anderen Modern-Jazz-Gruppen der Schweiz auszeichnete, war die Vorliebe für feine Nuancierungen, fürs Detail. Solides Handwerk, Virtuosität und Spielwitz hätten die MAGOG eigentlich zu einer europäischen Spitzenformation prädestiniert, wenn die Gruppe von den Veranstaltern der grossen Festivals entsprechend berücksichtigt worden wäre. Das Ende der MAGOG ist jenseits des konkreten Anlasse, der zur Auflösung der Gruppe geführt hat, symptomatisch für den Zustand der derzeitigen Jazzszene: die grossen Veranstalter schmücken ihre Festivals mit grossen international renommierten und kommerziell verwertbaren Zugpferden und lassen durchaus ebenbürtige nationale Orchester allenfalls im Beiprogramm vereinzelt zum Zuge kommen. Solche als Pflichtübung verstandene Unterstützung diskreditiert die Schweizer Gruppen als provinziell und mittelmässig. In Montreux hätten die MAGOG für ein Trinkgeld auftreten "dürfen", das gerade knapp ihre Spesen gedeckt hätte. Zwei der Musiker lehnten es allerdings ab, unter solch miserablen Bedingungen zu spielen. (Tages-Anzeiger 1978).

"MAGOG Live at the Montreux Jazz Festival 1973" (TCB 01232):

JAZZ-HIGHLIGHT: HISTORISCHES DOKUMENT. Schweizer Jazz macht nicht erst heute, in Zeiten der Fachhochschulen, international von sich hören. Als am Montreux Jazz Festival 1973 das junge einheimische Sextett MAGOG aufspielte, jubelte das Publikum, und die versammelte Kritikerzunft frohlockte. MAGOG - aus dem Jazz Live Trio des Schweizer Radios entstanden - hatte den Nerv der Zeit getroffen, in dem sie einen dritten Weg suchten, eine Synthese der damals verfeindeten Polen des traditionellen und des freien Jazz. Damit sind Peter Schmidlin, Paul Haag, Klaus Koenig, Hans Kennel, Peter Frei und Andy Scherrer zu Pionieren einer Spielart geworden, die zahlreiche auch nachfolgende Jazzer prägen sollte. Nun ist der damalige Konzertmitschnitt neu erschienen. (radiomagazin Nr. 19/20, 2009).

....Die gelbe Reihe steht für aktuelle Strömungen und zeitgenössischen Jazz der letzten Jahrzehnte. MAGOG, das zwischen 1973 und 1978 aktive Fusion-Kollektiv aus der Schweiz, gehört genau in diese Sparte. Hans Kennel, Paul Haag, Andy Scherrer, Peter Schmidlin, Peter Frei und Klaus Koenig sind die Protagonisten der Freestyle-Session von MAGOG auf dem Montreux Festival 1973. Ganz am Puls der Zeit kommen sie nicht nur mit intellektuellem Spieltrieb in der Ausführung und biblischen Querverweisen im Bandnamen, sondern auch mit einer Schumann-Anspielung in einem Titel: "Ganz Zum Überfluss Meinte Eusebius Noch Folgendes". Die Alpen-Ausgabe von Return To Forever oder Weather Report spielte Kraut-Jazz par excellence. Bei MAGOG geht nichts unter sechs Minuten, lieber noch gönnt man sich zwölf Minuten für die ausführlichen Jams im Geiste von "Bitches Brew". "Wir stürzten uns in die offenen Arme postmoderner Freiheit" erinnert sich Koenig in den Liner Notes an den Geist der Ära. Erstaunlich ist: das klingt in Stücken wie "Mini-Rock" eigentümlich aktuell. (JazzThing 06/ 2009).


"MAGOG" (TCB 01302):

MUSIK OHNE VERFALLSDATUM. Die im November 1974 entstandenen Aufnahmen der Schweizer Jazzrockpioniere MAGOG erklingen auf CD neu in alter Frische.....Eine besondere Qualität dieser Einspielungen liegt in dem darin zum Ausdruck kommenden Gleichgewicht von roher Spielenergie und kanalisierendem Formbewusstsein. Dadurch wirkt der Sound von MAGOG auch nach Jahrzehnten unverändert frisch, was auch von den Studioaufnahmen gesagt werden kann, welche mehr als ein Jahr später, im November 1974, im bekannten Studio Bauer in Ludwigsburg entstanden sind. Die 1976 in Form einer LP herausgekommenen Einspielungen sind schon lange ein Sammlerstück; ihre auf dem TCB-Album "MAGOG" erfolgte Wiederveröffentlichung wird deshalb die Band einem breiteren Jazzpublikum bekannt machen. Im Vergleich zu den Liveaufnahmen spielen bei den Studiotakes vorgegebene kompositorische Elemente eine grössere Rolle. Dass die Musik trotzdem so frisch und anregend wirkt wie eh und je, ist in erster Linie den sechs Protagonisten zu verdanken. Zu ihrer Entstehungszeit müssen die Aufnahmen in vielen Ohren provokant geklungen haben; heutzutage lassen sie sich als zeitlose Klangzeugnisse geniessen, welche die vergangenen Jahrzehnte wesentlich besser überstanden haben als die auf dem Coverbild verewigte Haarmode der Siebzigerjahre. (Jazz'N'More 2/2013).

SCHWEIZER JAZZ-REVOLUTIONÄRE. Die Überraschung war gross 1973 in Montreux. Am schon damals von US-Stars dominierten Jazz Festival sorgte ausgerechnet eine Schweizer Band für Furore. Das Sextett MAGOG begeisterte mit einer neuartigen Mixtur aus Hardbop, Jazzrock und Freemusic. Die aus dem Jazz Live Trio von Radio Zürich hervorgegangene Band vereinte innovative Köpfe und versierte Spieler:....Der Erfolg führte sie an weitere Festivals in Paris oder Ljubljana, und nach dem Live-Mitschnitt aus Montreux erschien 1976 eine Studioplatte. Im Gegensatz zum Live-Album mit seinen suitenhaften Improvisationen dominierten auf dem Studioalbum strukturierte Eigenkompositionen. MAGOG löste sich 1978 auf. Das Label TCB Montreux gibt nach dem Live- nun auch das Studioalbum wieder heraus. (kulturtip 2/2013).

Ein Jahr nach ihrem legendären Konzert beim Montreux Jazz Festival - der Mitschnitt wurde vor drei Jahren wieder veröffentlicht - ging MAGOG 1974 ins Ludwigsburger Bauer-Studio....Frappierend ist der freie Umgang ("So viel Freiheit wie möglich, so viel Struktur wie nötig") mit Stilen, die vom Swing über Bop bis zum Free Jazz reichen. Es ist diese unbekümmerte Frische im Umgang mit allerhand Anforderungen - als Trio wurden jahrelang durchreisende Gastsolisten begleitet, man blieb also flexibel - die sich auch heute noch vermittelt. Frei gestaltet sind die Solo-Partien, vor allem die dreistimmigen Kollektivimprovisationen der Bläser begeistern, sowie die logisch erscheinenden Übergänge zwischen den fixierten durchstrukturierten und den ungebundenen Passagen. MAGOG setzte in den siebziger Jahren Zeichen, die bis heute ihre Spuren hinterlassen haben. (Jazz Podium 5/2013).

1974 ging die Schweizer Formation MAGOG ins Ludwigsburger Tonstudio Bauer, um ein Studioalbum einzuspielen, nachdem sich die Band mit einer Live-Aufnahme vom Jazzfestival Montreux ein Jahr zuvor einen Namen gemacht hatte. Hier gelang es ihnen, ihren Sound stärker fokussiert in sechs Stücke zu giessen. Für die Zeit typische indische Anklänge wie in "Gogam" oder brasilianische Anleihen wie in "New Samba" machen ihren zwischen akustischem Modern Jazz und Rock-Jazz pendelnden Klang manchmal leicht wie eine Sommerbrise. Die Hälfte der Stücke stammt von dem Pianisten Klaus Koenig, die dreiköpfige Bläser-Frontline....verleiht den Themen Abwechslung und Dringlichkeit. In den Liner Notes erinnert sich Koenig daran, wie schnell die Aufnahmen damals im Kasten waren und wie gut die Band vorbereitet war. Da Schlagzeuger Peter Schmidlin mittlerweile Chef des Labels TCB ist, hat er die Aufnahmen wieder zugänglich gemacht - eine Geschichtsstunde nicht nur für Freunde des Schweizer Jazz. (The Jazz Thing 1/2013).




5. Jazz&Lyrik

....Der ästhetische Reiz von Jazz & Lyrik-Aufführungen liegt gerade nicht in der musikalisch umrahmenden Gedichtlesung, sondern in der Interaktion, im Wechselspiel beider Ausdrucksformen. Entsprechend musizierte das Jazz Live Trio - Klaus Koenig (Klavier), Peter Frei (Bass), Nick Liebmann (Drums) - auch in der Tonhalle: in den stärksten Momenten das im Text Anklingende aufnehmend und weiterführend, es musikalisch kommentierend oder verändernd. Westphal fügte sich als führende Sprechstimme in das Ensemble ein, "öffnete", mit Benn gesprochen, den Worten "die Schwingen", erweckte sie zu einem tönenden Ereignis. (Neue Zürcher Zeitung, 13. 12. 1993).

In "Jazz und Lyrik" auf dem Wolfsberg vervollständigten Musik und Sprache einander, ohne das eines der beiden überwogen hätten. Die beiden Elemente konkurrenzierten sich nicht, sie steigerten sich in ihrem Zusammenwirken, doch nie verschmolzen sie so, dass das Gedicht und die Melodie zu einem einfachen Lied geworden wären: Musik und Sprachen blieben selbständig....."es rauschte die Nacht" bei Gottfried Benn, und die Musik rauschte mit. (Thurgauer Zeitung, 20. 6. 1985).

....Zusammen mit den "Jazz Live Trio" von Radio Zürich demonstrierte Westphal in mitreissender Manier, welche Kraft und Wirkung aus dem Zusammentreffen der beiden Kunstformen erwachsen kann.....Ebenso spielfreudig wie diszipliniert wurden die Musiker ihrem eigenen Anspruch voll gerecht, weder Texte einfach musikalisch zu illustrieren noch sie abstrakt zu untermalen. Vielmehr entstand zwischen den Musikern und Gert Westphal - die dieses Programm übrigens vor etwa acht Jahren zum ersten Mal gemeinsam aufgeführt haben - ein beziehungsreiches Spannungsgeflecht, dessen Intensität die Zuhörer zu einem sehr lange anhaltenden Schlussbeifall hinriss. (Südkurier Konstanz, 21. 6. 1985).
....Was am meisten verblüffte, was der perfekte Einklang mit dem Jazz Live Trio, ein gegenseitiges Aufeinander-Eingehen, das nur jahrelange Zusammenarbeit und/oder traumhaftes Verständnis für die Intentionen der Partner bewirken kann. Das Jazz Live Trio spielt seit 1964 zusammen, und diese Übung ist ihm anzuhören. Der Klangkörper ist perfekt eingespielt, Ton und Abstimmung sind gepflegt, doch das Trio enthält sich fast ganz der Ausbrüche oder Eskapaden, was sicher auch mit dem Charakter des Programms zusammenhängt.....(Appenzeller Zeitung Herisau, 22. 5. 1987).

...."König der Vorleser", "Caruso der Rezitatoren" ist er genannt worden, und von der Kunst, dem gesprochenen Dichterwort im vollkommenen Ausdruck Bedeutung zu verleihen, war viel zu erleben an diesem Abend in der Musikhalle. Im Zürcher "Jazz Live Trio" mit Klaus Koenig am Klavier, Peter Frei am Bass und Peter Schmidlin am Schlagzeug hatte Westphal flexible, modulationsfähige Partner, die in Konkurrenz zu den Texten das Medium der Jazzimprovisation anschaulich einbrachten. Mehr als nur Illustration, vermittelten die von Klaus Koenig eigens auf die Gedichte abgestimmten Kompositionen dem Swing der Poesie.....(Ludwigsburger Kreiszeitung, 18. 6. 1991).

...Erste Höhepunkte bildeten die Interpretation des "Trommel-Gedichtes", in dem Peter Schmidlin mit effektvollem Schlagzeug glänzte, und eine "Lorelei"-Version, in der Pianist Klaus Koenig den erlösenden "Auflösungsakkord" einfach nicht bringen wollte (ihn letztlich auch nicht brachte), und damit das Düstere, Schwermütige des Gedichtes überzeugend umsetzte. Begeisternd im weiteren war die "Ballade vom Supercargo", in der Gert Westphal, von mitreissender Bluesmusik begleitet, bisweilen derartig stark mitging, dass es den Anschein machte, als wolle er sprechend mitsingen...(Der Zürcher Oberländer, 29. 2. 1988).




6. Piano solo

Klaus Koenigs Solo-Musik stellt ein einzigartiges Kunstwerk dar, wie es leider in unserer Zeit selten zu finden ist. Seine faszinierende Kompositionsweise…paart sich mit der Technik eines ausgebildeten Konzertpianisten. (Quelle unbekannt).

Hier kommt einer mit klassischer Ausbildung, wie das bei ausgezeichneten Jazzspielern des Pianos unumgänglich ist, aber ebenso mit verblüffendem Jazz- und Rhythmusfeeling, der sich nicht zur Aufgabe macht, wie ein Schwarzer mit afro-amerikanischen Roots zu klingen, sondern der seine europäische Herkunft ins Spiel zu bringen sucht. (Tages-Anzeiger, Zürich).

Ein ganzes Album mit hervorragenden Pianosolo-Aufnahmen bringt Vol. 4: Klaus Koenig nicht nur wohlstrukturiert, sondern auch expressiv und emotionell. (Basler Zeitung).

Mitreissend immer wieder, wie er thematisches Material einsetzt, verarbeitet, verwandelt, umstrukturiert, wie souverän er mit Harmonik und Klanglichem umgeht, wie er versucht, „reine Dreiklänge mit Clusters und allem, was es dazwischen geben mag, zu verbinden, ohne Brüche und Unlogik“. (Tages-Anzeiger, Zürich).




7. Gogam

ÜBERZEUGENDES NEW JAZZ-KONZEPT: GOGAM IN REGENSBERG. Eigentlich ein Jammer, da existiert in der Schweiz eine New-Jazz-Gruppe, deren Mitglieder zu den besten Musikern unseres Landes zählen und deren Spielkonzept ganz ohne Zweifel zum musikalisch Anspruchsvollsten gehört, was es derzeit in Europa gibt, und trotzdem gibt es fast keine Auftrittsmöglichkeiten.... Man hört zuweilen, der Jazz sei wieder im Kommen....wenn Jazz wirklich mehr Hörer anziehen sollte, dann sind seine eingängigeren Formen....Dass es zwischen diesen Bereichen einerseits und radikalem Free Jazz oder E-Musik-orienterter Jazz-Avantgarde andererseits noch ein weites, offenes Aktionsfeld mit viel Spielraum für neue Ideen gibt, bewies auf überzeugende Weise das Konzept des Quintetts "Gogam" in Regensberg. Wenn es den Musikern, Hans Kennel (Trompete, Flügelhorn und Büchel), Thomas Grünwald (Tenor- und Sopransaxophon), Peter Frei (Kontrabass), Peter Schmidlin (Schlagzeug) und vor allem Klaus Koenig (Klavier, Komposition und Musikkonzept) - von ihm stammten alle Stücke des Abends -, darum geht, traditionelle Jazzelemente wie Melodie, Harmonie, Rhythmus und feste Tempi nicht auszuklammern, sondern "in einem neuen Sinn" anzuwenden, also "die verschiedenen Strömungen des zeitgenössischen Jazz unter Bejahung der Jazztradition miteinander zu verbinden", dann sind das keine leeren Floskeln, wie sie so viele Bands bis hinunter zur angestrengten Amateurgruppe in ihren Selbstportraittexten haben, sondern vom Hörer nachvollziehbare oder zumindest deutlich spürbare Bausteine des Musik- und Spielkonzept; die Begeisterung, mit der das in Regensberg typische offene und in jeder Hinsicht erfreulich gemischte Publikum auf diese Musik reagierte, war der beste Beweis. "In einem neuen Sinn", das heisst zum Beispiel, dass zwar auch über Changes improvisiert wird, Akkordfolgen aber, die losgelöst sind von der herkömmlichen Funktionsharmonik, vom klassischen Kadenzsystem, die in einer Art freien Tonqualität als eigenständige Ausgangs- und Bezugspunkte komponiert sind; Improvisieren aber auch über andere Parameter, über Klangflächen, vibrierende Clusterschichtungen, Geräuschartiges, über einen einzigen Akkord oder Ton, aber auch über Dreiklangstrukturen, modale Skalen, über den klassischen 12-taktigen Blues, allerdings mit partiell verschobenen Harmoniefolgen, oder in um Halb- und Ganztonschritte parallel versetzten linearen Strukturen. Dieser ständige Wechsel zwischen komponierten oder genau umrissenen Komplexen und den freien Improvisationssequenzen, zwischen verschiedenen Tempi und tonalen oder harmonischen Zentren, zwischen Solo-, Duo, Trio- oder Tuttispiel und polyphonen Kollektivimprovisationen, stellt an die Musiker sehr hohe Anforderungen, gibt aber der Musik auch so viel Farbigkeit, Bewegung, Frische und Lebendigkeit - ohne, dass der komplizierte Aufbau intellektualistisch kalt oder konstruiert wirkt - , dass auch ein nichtspezialisiertes Publikum voll einsteigen kann und seine helle Freude hat, zumal ja die Rhythmusgruppe - identisch mit dem bekannten "Jazz Live Trio" - als eine der swingendsten der europäischen Jazzszene zählt. Jazz ist immer auch Synthese verschiedener Kulturen und ethnischer Musikquellen; wenn europäische Musiker sich jedoch allzu stark auf das afrikanische Erbe schwarzer Musik kaprizieren und ihre europäische musikalische Herkunft zu verleugnen oder zu negieren trachten, wirken sie zumeist unglaubwürdig und können nicht überzeugen. Die Musik von "Gogam" wirkt vielleicht deshalb stark und in sich konsequent, weil Jazz hier aus dem vollen Bewusstsein europäischer Musikkultur heraus konzipiert und gespielt wird. (Tages-Anzeiger, Zürich, 5. 7. 1983/ Jazz 4/1983).

GOGAM IM STUZ. Der Jazztradition verpflichtet sein, sie aber in einem erweiterten, progressiven und neuen Sinn anwenden, darum geht es dem Quintett Gogam, einer der interessantesten und konzeptionell anspruchsvollsten Gruppen des Schweizer New Jazz. .....Eine besonders vielversprechende Möglichkeit, in den Jazz von heute einzusteigen, bietet die Musik des Quintetts Gogam nicht zuletzt deshalb, weil bei aller Neuartigkeit von Form, Klang und instrumentalem Konzept ganz ausdrücklich auf die Tradition Bezug genommen wird....Klaus Koenig geht es dabei um den "Versuch des Sowohl-als-auch, des Ausgleichs, des Evolutionären, des Entwickelns von etwas und nicht um radikales Überbordwerfen und darum, etwas völlig Neues zu machen. Ich strebe eine zeitgenössische Musik an", so Koenig weiter, "aufbauend auf dem Erbe, möchte also weder Melodie noch Harmonie noch festes Tempo aufgeben, aber ich möchte diese Elemente, die für mich zum Jazz gehören und die man meiner Meinung nach nicht ewig aus dem Jazz herauslassen kann, in einem neuen Sinne anwenden"....(Tages-Anzeiger, Zürich)

KULTURWOCHEN BASSERSDORF: GEGLÜCKTES EXPERIMENT MIT NEW JAZZ-KONZERT. ....So war es für das prominente Schweizer New-Jazz-Quintett Gogam und das im ersten Teil des Konzerts spielende "Jazz Live Trio" nicht schwer, schnell in Fahrt zu kommen und sich zu musikalisch-improvisatorischen Höhenflügen zu steigern. Die kurzen, aber prägnanten Einführungen des Leiters und Pianisten beider Gruppen, Klaus Koenig, bewirkten im Übrigen, dass auch NIcht-Eingeweihten der Einstieg erleichtert wurde....Die Resonanz beim nicht jazz-spezifischen Bassersdorfer Publikum war der beste Beweis dafür. Beeindruckend zum Beispiel, was das Jazz Live Trio mit bekannten Jazz-Standards.... machte, wie da das Thema umspielt, variiert, verfremdet wurde, der Bass in gleichberechtigtem Spiel das Ganze mit virtuosen Linien umrankte und der Schlagzeuger rhythmisch ungeheuer swingend und impulsiv für "Drive", "Puls" und damit für die nötige Spannung und Intensität sorgte. Klavierspiel mit Handkanten und Ellenbogen, das wirkte hier nicht wie ein totaler Ausbruch mit dem Ziel, um jeden Preis zu schockieren, sondern wie eine logische Endphase eines bewusst in Bewegung gebrachten Prozesses von sich kontinuierlich steigernden Spannungsbögen und Expressivitätswellen....(Der Zürichbieter, 16. 11. 1983).

EXZELLENTE SCHWEIZER FORMATION GOGAM BEIM JAZZ-HERBST (Konstanz). Im Programmheft für den diesjährigen Jazz-Herbst steht über die Schweizer Formation Gogam, "dass es im weiten Aktionsfeld des zeitgenössischen Jazz noch viel Spielraum für neue Ideen gibt. Wobei jedoch traditionelle Jazz-Elemente nicht ausgeklammert, sondern mit den heutigen Strömungen verbunden werden." Das trifft den Nagel auf den Kopf. Gogam gastierte am Samstagabend im Lokal "Fischkopf" und bot hinreissenden Jazz. Manchmal eine als Ganzes treibende Musik, scheinbar losgelöst vom Rhythmus und Harmonie, dann wieder fest und straff arrangierte Parts....Gogam ist ein in sich harmonischer Klangkörper, der trotzdem durchsichtig ist. Man kann beim Zuhören einfach ein Instrument herauspicken und sich darauf konzentrieren, oder man hört der Gruppe als Ganzes zu: immer ist es ein Erlebnis....Obwohl diese Art des Modern Jazz stellenweise nicht leicht zugänglich ist für den Hörer, sprang doch jener gewisse Funke aufs Publikum über, der einen Gig zum Erlebnis machen kann. Wie heisst es im Programmheft des See-Kuh-Clubs? "Anspruchsvoller Jazz, der überzeugt und an dem auch Outsider ihre Freude haben werden". Stimmt. (17. 10. 1984, Quelle unbekannt).

PROFESSIONELLER JAZZ IN EINSIEDELN: GOGAM IM THEATERSAAL DES KLOSTERS. Nach langer Zeit der Ungewissheit kann der Auftritt der bedeutendsten Jazzgruppe in der Schweiz ....nun doch stattfinden. Der Pianist und Komponist Klaus Koenig ist den Radiohörern bekannt von über 100 "Jazz Live"-Sendungen mit Solisten aus aller Welt....Er trat auf in Paris, Ljubliana oder Montreux, wo seine Gruppe als die "Entdeckung des Festivals" und "eigentliche europäische Überraschung des Festivals" (Jazz Podium) gefeiert wurde. Klaus Koenig und Gogam beweisen, dass eine Synthese aus traditionellem und modernem Jazz möglich ist, was zu einer neuen, sehr persönlichen musikalischen Aussage führt. Auch für den mit Jazz weniger vertrauten Zuhörer ist es ein Erlebnis, sich von der Virtuosität der Künstler beeindrucken und von der Fülle der harmonischen Einfälle, sowie dem mitreissenden Rhythmus berauschen zu lassen....(11. 3. 1984, Quelle unbekannt).




8. Magog Zwei

KEINE SPUR VON ZÜRI-BLUES: MAGOG ZWEI IM MOODS. Für eine der wenigen Premieren im Rahmen von "Music 95 - Zürcher Jazzprofile" sorgte der Pianist Klaus Koenig mit seinem Quintett Magog Zwei im Jazzclub Moods. Keinen Grund für einen nebelverhangenen November-"Züri-Blues" hatte das Publikum am Donnerstag im Moods beim Auftritt von Magog Zwei, auch wenn eine der Kompositionen Klaus Koenigs mit diesem augenzwinkernden Titel versehen war. Statt trübsinnigem Blues wurde Postbop im weitesten Sinne geboten, versehen mit der spezifischen Handschrift des Pianisten....Jetzt hat Koenig das Jazz Live Trio mit einer ungemein kompetent swingenden Rhythmusgruppe mit seinem langjährigen Partner, dem Bassisten Peter Frei, und dem Schlagzeuger Nick Liebmann wieder zum Leben erweckt und für eine zweite Ausgabe von Magog (auch dies eine legendäre Band in den siebziger Jahren) mit zwei ausgezeichneten jüngeren Bläsern, dem Altsaxophonisten Nathanael Su und dem Trompeter Daniel Schenker, aufgestockt. Das klingende Resultat dieser Durchmischung verschiedener Musikergenerationen konnte sich wirklich hören lassen. Vor allem im zweiten Set gelangte das Quintett zu einem kontrolliert-lockeren Umgang mit Koenigs nicht gerade als elementar zu bezeichnendem Material. Die zehn Stücke aus dem Repertoire von Magog Zwei stammten samt und sonders aus Klaus Koenigs Feder und hatten es allesamt in sich. Der Pianist mit der immensen Erfahrung von unzähligen Jazz Live Trio-Gigs stellte seinen Kollegen vor allem rhythmisch und formal vertrackte ältere und neuere Knacknüsse auf die Notenpulte. Dabei war nicht nur eine bloss akkurate Ausführung gefragt, sondern auch die Fähigkeit, das Material nach Freiräumen auszuloten. Zu diesem Zweck bildeten sich immer wieder neue Duos, Trios oder Quartette. So folgte etwa im ersten Set auf ein wunderbar balladeskes Flügelhorn-Klavier-Duo ein rasantes Altsax-Bass-Schlagzeug-Trio. Entsprechend den verschiedenen Generationen auf dem Podium fand sich eine bunt durchmischte Fangemeinde im Moods ein, die das gelungene Magog-Revival feierte. (Tages-Anzeiger Zürich, 11./12. 11. 1995).

NEUER KOENIG. Bekannt wurde er mit seinem Jazz Live Trio, mit Fusion-Projekten wie etwa "Klassik und Jazz" oder "Jazz und Lyrik" mit Gert Westphal, aber auch mit der Anfang der siebziger Jahre gegründeten Gruppe Magog. Die Rede ist vom Pianisten und Komponisten Klaus Koenig, dem es mit den "Magogiern" Hans Kennel, Andy Scherrer und Paul Haag am besten gelang, eigene ambitiöse Gruppenkonzepte umzusetzen. Nach Erfolgen, etwa beim Jazz Festival Montreux, nach Umbesetzungen, Auflösungen, Wiedergeburten wurde es schliesslich still um Magog. Jetzt kommt mit Magog Zwei ein neuer Koenig. Nicht nur die Frontline mit den Schweizer New Stars Daniel Schenker, Trompete, und Christoph Merki, Altosax, ist neu und verjüngt. Neu ist auch das wiederum ausschliesslich aus der Feder Koenigs stammende Material, das als Versuch zu werten ist, "Auseinanderdriftendes, Disparates aus Bop und Free, Älteres und Neueres aus europäischer Sicht aufzubereiten"; Koenig nennt das "Roots of Today". Nach wie vor dabei ist Bassist Peter Frei. An den Drums sitzt Nick Liebmann, ein "Hans Dampf in allen Gassen", wie er sagt, einer, der sich zur "Abteilung der musikalischen Schlagzeuger" zählt. (Tages-Anzeiger Zürich: Züri-tip).
SPÄTES WIEDERSEHEN: MAGOG ZWEI BEI MODERN JAZZ AM MONTAG (Baden, Isebähnli). In den Tiefen der Siebzigerjahre, als die Haare noch länger waren und die Hemden bunter, organisierten ein paar Gymnasiasten der Klosterschule Einsiedeln ein Jazzkonzert mit einer damals prominenten Schweizer Band. Sie nannte sich Magog und gruppierte sich um den Pianisten Klaus Koenig, der im Hauptberuf als Tonmeister im Radio-Studio Zürich wirkte. Seit 1964 hatte er dort auch die Sendung "Jazz Live" entscheidend mitgeprägt. Deren Konzept beinhaltete Direktübertragungen von Konzerten, in denen das Jazz Live Trio bekannte amerikanische und europäische Solisten begleitete, von Johnny Griffin bis Art Farmer, von Albert Mangelsdorff bis Enrico Rava. Die Gruppe Magog war entstanden, weil Klaus Koenig nicht nur im Dienst der Stars das übliche Standard-Repertoire pflegen wollte. So erweiterte der sein Trio mit den Bläsern Hans Kennel, Paul Haag und Andy Scherrer zum Sextett. Es pflegte ein Konzept, in das unterschiedlichste Einflüsse von Free bis Rock eingewoben wurden. Magog war so etwas wie eine frühe Crossover-Band und schrieb in dieser Funktion ein wichtiges Kapitel Schweizer Jazzgeschichte. Dann zog sich Klaus Koenig für eine längere Zeit von der Szene zurück. Nach seiner Pensionierung als Tonmeister arbeitete er dafür den Stapel seiner Kompositionen durch, um das disparate Material in eine stilistische Klammer einzubinden. Mit neuen Leuten wollte er seine Vorstellung von einem Postbop verwirklichen, der die europäischen Wurzeln nicht verleugnet. Magog Zwei war geboren und konstituierte sich aus dem Trompeter Daniel Schenker, dem Bassisten Kalli Gerhards sowie dem Schlagzeuger Nick Liebmann. Und auch aus dem Altsaxofonisten Christoph Merki, in Einsiedeln einst Mitorganisator des Konzerts mit Magog Eins. (B. R. , Sounds).

JAZZ OHNE EGOZENTRIK: MAGOG ZWEI IM MOODS. Zwei Handvoll Besucher waren am Dienstag im Jazzclub Moods aufgetaucht, um Magog Zwei zu lauschen, der neuen Gruppe des Pianisten Klaus Koenig. In der Pause spendierte der Bassist einem besonders aufmerksamen Zuhörer ein Bier. Auch sonst zeigte sich die Band unbeirrt und spielte zwei betörende Sets. Bandleader von Magog Zwei ist Pianist Klaus Koenig, der sämtliche Stücke schreibt und arrangiert. Zusammen mit Kalli Gerhards am Bass und Nick Liebmann am Schlagzeug bildet er die Rhythmusgruppe, auf die Solisten bauen können. Ergänzt wird die Formation von zwei Bläsern der jüngeren Generation: dem Zürcher Trompeter Daniel Schenker und dem Aargauer Altsaxophonisten Christoph Merki. Magog Zwei ist nicht zur Pflege von Musiker-Egos da, sondern stellt sich ganz in den Dienst von Koenigs lyrischen Kompositionen und komplexen Arrangements. Die Stücke werden luftig und präzis gespielt, mit ungemein fein abgestimmter Dynamik. Schenker ist ein Trompeter mit strahlendem Ton und klaren Ideen, Merki ein quirliger Improvisator mit einem hitchcockschen Sinn für Dramaturgie. Wunderbar Koenigs Arrangement eines spätmittelalterlichen Chorals: Über einer Bassfigur lösen sich die beiden Solisten von der Melodie, verzieren sie, spielen sich in einer gemeinsamen Improvisation Motive zu, während sie von der Rhythmusgruppe mit prägnanten Einwürfen angetrieben werden - sachte, aber bestimmt. (Neue Zürcher Zeitung, 28. 3. 2002).




9. Jazz&Klassik

JAZZ UND KLASSIK - EIN EXPERIMENT. Ein recht aussergewöhnliches Konzert fand am Mittwochabend in der alten Mühle Otelfingen statt: Unter dem Titel "Jazz und Klassik" spielten Annette Weisbrod am Klavier und das Jazz Live Trio. Als interessanter Versuch muss es gewertet werden, weil nicht, wie sonst "üblich", zwei verschiedene Musikrichtungen gegeneinander ausgespielt wurden; man wollte vielmehr die Gemeinsamkeit von Jazz und Klassik hervorheben. Diese Absicht, die Mühe, die sich Annette Weisbrod und das Jazz Live Trio gaben, und das aussergewöhnliche Können der Musiker liessen die Veranstaltung zu einem schönen Erfolg werden.... Die Kombination der zwei Musikrichtungen bedurfte natürlich einer Erklärung. Klaus Koenig vom Jazz Live Trio, auch bekannt vom Radio, gab sie, und führte das Publikum durch den Abend. Im ersten Konzertteil sei "nichts Aussergewöhnliches" zu hören; damit meinte er, dass hier noch keine direkte Konfrontation Klassik- Jazz stattfinde.... Der zweite Teil war dann einem direkten Kontakt der Musikgattungen reserviert. Wie Klaus Koenig ausführte, haben sich viele moderne klassische Komponisten wie Honegger, Schibler und Strawinski vom Jazz beeinflussen lassen. Als Jazzmusiker möchte er sich nun von klassischen Stücken zum Improvisieren anregen lassen.... Die Synthese von komponierter und improvisierter Musik, dies sei vorweggenommen, gelang! Annette Weisbrod spielte vier Stücke aus den "Préludes pour le piano" von Frank Martin und vier Stücke aus den "Improvisations" op 20 von Bela Bartok. Das Jazz Live Trio nahm Anregungen aus den Stücken auf, improvisierte über die Themen. Es entwickelte sich so ein äusserst interessantes Zusammenspiel, das übrigens den Stücken selbst keinerlei Abbruch tat: die Werke sollten ausdrücklich selbständig bleiben und wurden nicht, wie man vielleicht vermuten könnte, "verjazzt", verändert in einem negativen Sinn.... So darf man das Konzert in der alten Mühle ohne Übertreibung als gelungen und als interessanten Versuch bezeichnen. Der grosse Erfolg war daher sicher berechtigt. Es war eigentlich mehr als ein Konzert. Schon fast eine Musikstunde. Gerade diese Kombination von Anschauungsunterricht und Konzert machte den besonderen Wert der Veranstaltung aus! (Der Zürichbieter, 4. 2. 1980).

JAZZ UND MODERNE KLASSIK ALS GEGENSTZLICHE VERWANDTE. ....Der reizvollste Teil des Abends stand aber noch bevor. Ein Verschmelzen von klassischen Musikstücken, die für die Jazzmusiker Ausgangspunkte für ihre Improvisationen sein sollten, wobei die Kompositionen....nicht etwa auseinandergenommen und sozusagen zerstückelt wurden, sondern als Ganzes erhalten blieben. Gedankenfolgen, sei es harmonischer oder rhythmischer oder melodiöser Art, wurden von den Musiker integral aufgegriffen, um dann ausgeschmückt und charakterisiert zu werden. Annette Weisbrod spielte die auf Noten festgehaltenen Stücke in so einfühlsamer Vielschichtigkeit, dass ihre temperamentvolle Interpretation die Jazz-Kollegen sichtlich inspirierte. Ich hatte dabei die Assoziation einer philosophischen Diskussion. Da wird eine These aufgestellt, und drei Gesprächspartner können ihre Auffassung darüber je nach Temperament und Stimmung äussern. Da war der Bass (Peter Frei), der sich immer zu Wort meldete, wenn es melancholisch und verträumt zuging, das war Klaus Koenig am Piano, der meistens die melodiösen Hauptthemen bestimmend und klar aufnahm und nüchtern und intellektuell auslegt, und da war der seinem legendären Ruf gerecht werdende Schlagzeuger Pierre Favre, der sich nicht auf seine "drums" allein beschränkte. Er hatte mehr zu sagen, er musste klatschen, auf die Schenkel, auf die Hände, auf die Wangen, er musste stampfen, er holte ganz neue Klangfarben aus aneinanderschlagenden Stöcken heraus, kurz, die Ausdrucksfähigkeit seiner Instrumente reichte für das, was er sagen wollte und was er auch zu sagen imstande war, nicht aus. Seine Kunst ist die Kunst der Leichtigkeit....Es ist zwar immer noch die Seele, die mitschwingen kann, aber dennoch ist mein Verständnis vom Jazz durch diese Darbietung gewachsen. (Badener Tagblatt, 1. 2. 1980).

DIE GRENZEN SIND FLIESSEND. Für die meisten Musikliebhaber steht ziemlich axiomatisch fest, dass klassische Musik - eingeschlossen die moderne "ernste" Musik - und Jazz zwei voneinander grundverschiedene Stilrichtungen sind, die sich jedenfalls nicht miteinander kombinieren lassen. Am letzten Sonntag wurde jedoch in einer Veranstaltung des Uzwiler Konzertzyklus im evangelischen Kirchgemeindehaus Niederuzwil das Gegenteil bewiesen: die Pianistin Annette Weisbrod und das "Jazz Live Trio". bestehend aus Klaus Koenig, piano, Peter Frei, bass, und Peter Schmidlin, drums, führten dem interessierten und bisweilen im positiven Sinn des Wortes belustigten Hörer eine sehr gelungene Zusammenarbeit zwischen moderner E-Musik und Jazz vor.... Annette Weisbrod und das "Jazz Live Trio" haben....eine Versuch der Verbindung der beiden musikalischen Arten unternommen, und es darf ohne jede Einschränkung gesagt werden, dass dieser Versuch gelungen ist. Der Erfolg ist nicht zuletzt auf den gekonnt und bewusst gestalteten Aufbau des Programms zurückzuführen, indem in einem ersten Teil die Elemente E-Musik und Jazz vorgestellt und in einem zweiten Teil diese Elemente miteinander verbunden wurden. Das ermöglichte es auch dem in der neueren Musik weniger bewandertem Hörer, dem Gebotenen ohne Schwierigkeit zu folgen.... Den Höhepunkt des Abends bildete der zweite Teil des Konzerts, in dem die zuvor vorgestellten Elemente auf eine Art und Weise miteinander verbunden wurden, dass keiner der beiden seine Eigenart verlor. Einfach ausgedrückt: weder spielte Annette Weisbrod Jazz, noch das "Jazz Live Trio" Frank Martin oder Béla Bartok. Jeder Schuster blieb bei seinem Leisten - "abgemacht" waren jeweils lediglich ungefähr drei Takte für die Übergänge zwischen Pianistin und Jazztrio....Dabei bildeten sich jedes Mal die nahtlosen Übergänge vom einen zum anderen Stil, von der Pianistin zum Jazztrio, einen besonderen Höhepunkt: die Übergänge waren an der richtigen Stelle platziert und mitunter sehr witzig gestaltet. In der Tat ging das Publikum mit und trug seine Freude sehr offen zur Schau....(Quelle unbekannt).

JAZZ NEWS. ....Seit einiger Zeit wird zusammen mit der besonders in der Schweiz bekannten Konzertpianistin Annette Weisbrod ein Konzept verwirklicht, dem die interessante Idee zugrunde liegt, Kompositionen von Frank Martin und Béla Bartok das freie Spiel des Trios einander gegenüberzustellen. Dabei werden einzelne tonale, harmonische und rhythmische Strukturen oder der allgemeine Stimmungscharakter der Stücke als Bausteine für die Improvisationen verwendet. Eine "Verjazzung" der Kompositionen wird damit nicht beabsichtigt, sondern diese Komplexe sollen die Stücke improvisatorisch kommentieren. Die Ergebnisse sind überraschend homogen, und es entsteht oft der Eindruck einer gelungenen Synthese. die Münchner Firma enja-records wird mit Martin-Bartok-Jazz, sowie dem Jazz Live Trio allein je eine Platte produzieren. (Jazz Podium, 6/1972).

MUSIKALISCHER DIALOG ZWISCHEN KLASSIK UND JAZZ. Dem ersten Abend der Musica-Viva-Veranstaltung war eine bestechende Programmidee übergeordnet worden: Vergleich und Gegenüberstellung von klassischer Klaviermusik des 20. Jahrhunderts und Jazz sollten die Wechselwirkungen und vor allem die latenten Verwandtschaften der beiden Gattungen aufzeigen und am praktischen Beispiel manifestieren. Hierfür hatte sich die Pianistin Annette Weisbrod und das Jazz Live Trio (Klaus Koenig, Klavier, Peter Frei, Bass, Pierre Favre, Drums) zur Verfügung gestellt....Klaus Koenig bewegte sich am Klavier souverän, im Eigenprodukt "Galatea" auch durchaus introvertiert und momentweise in eigenartige Fixationen verstrickt, und einigermassen atembeklemmend. Der Bassist Peter Frei hatte sich gegen starke Phonentwicklung von Klavier und Schlagzeug zu verteidigen, es kam ihm dabei sein Verstärker zu Hilfe. In seinen Soli zeigte er neben einer stupenden Griff- und Pizzicatotechnik auch hochentwickelten Sinn für Zwischennuancen. Pierre Favre, nicht umsonst im Bereich von U- und E-Musik gleichermassen hochangesehener "Schlagzeughexenmeister", war hellhörig in den Ensembles, in denen er sich rhythmisch profilierend zwar, aber tonlich sorgfältig ins Gesamtbild eingestuft integrierte, und liess Phantasie, Kraftentfaltung und Bewegungstaumel freien Lauf, wenn er allein war. Im zweiten Teil versuchten nachher Annette Weisbrod und das Jazz Live Trio die beiden gestalterischen Prinzipien: die bis ins Détail vom Komponisten ausgearbeitete musikalische Komposition einerseits und die Gruppenimprovisation andererseits in aktive Wechselwirkung zueinander zu bringen. Klaus Koenig informierte kurz, dass vor allem jene Komponisten des frühen 20. Jahrhunderts, die auf rhythmische Elementarwirkung zurückgegriffen haben - etwas Strawinsky oder Milhaud im Gegensatz zu den Spätromantikern und der Wiener Schule - sich als Auslöser für Jazzimprovisationen besonders eignen. Hier waren es vier Préludes von Frank Martin und vier Stücke aus op. 20 von Bartok, die von der Pianistin im notengetreuen Wortlaut - wenn auch mitunter in Einzelabschnitte aufgeteilt - vorgetragen und danach von der Jazzgruppe improvisatorisch "verarbeitet" wurden....Koenig, der die Verbindungsstücke von einem Klavier aufs andere ungemein geschickt herstellte.... Es war ein erregender, vorzüglich vorbereiteter und von allen Musikern erstklassig gespielter Abend. (Schaffhauser Nachrichten, 8. 12. 1981).

MUSIKALISCHE KONFRONTATIONEN. DAS JAZZ LIVE TRIO VON RADIO ZÜRICH ZU GAST IN MEILEN.
Das von Heinz Wehrle, dem Organisten an der reformierten Kirche Meilen, zusammengestellte Programm versprach Ungewöhnliches: zwischen drei "E-Musik-Blöcken" - wie es im gedruckten Kommentar ganz radiomässig hiess - kam zweimal das durch seine Live-Sendungen bekannt gewordene Jazz Live Trio von Radio Zürich in Improvisationen über eigene und gegebene Themen zu Gehör.... Inzwischen hatten sich unter dem Chorbogen die Musiker des Jazz Live Trios installiert: Klaus Koenig am präparierten Klavier und - mit einer Viertelsdrehung - am Elektropiano, Peter Schmidlin am Schlagzeug und Roman Dylag am Kontrabass..... kamen die erstaunliche Improvisationskunst Klaus Koenigs am Klavier und die raffinierte Schlagzeugtechnik Peter Schmidlins zur Geltung. Als besonderer Gag wurde das Thema der zweiten Improvisationsgruppe - "I'll Remember Clifford" von Benny Golson - auf der Kirchenorgel intoniert. Nach verhaltenem Beginn steigerte sich diese Improvisation zu immer grösserer Rasanz und Lautstärke, wobei Klaus Koenig oft auf beiden Instrumenten gleichzeitig spielte, und der Kontrabassist Roman Dylag in einem halsbrecherischen Solo sein Können unter Beweis stellte....(Zürichsee-Zeitung, 5. 6. 1973).

DAS FÜNFTE RICHTERSWILER KONZERT IN DER REFORMIERTEN KIRCHE.
Dieser Abend stand unter dem Motto "Musikalische Konfrontation" oder "Jazz und Orgelmusik". Der Organist der reformierten Kirche Meilen, Heinz Wehrle - er ist zugleich Betreuer der Jazz-Sendungen von Radio Zürich - und das Jazz Live Trio von Radio Zürich (Klaus Koenig, Elektropiano, Peter Frei, Bass, Peter Schmidlin, Schlagzeug) waren die Interpreten.... Es folgten nun zwei Improvisationen des Jazz Live Trios. Die erste hatte zum Thema den Choral "Die helle Sonn' leucht jetzt herfür", Heinz Wehrle intonierte ihn zuerst an der Orgel. Dann kamen Improvisationen über Evergreens. Etwas wurde wohl jedem Zuhörer klar: Die z. T. wunderschönen Klangfarben der elektronisch verstärkten Jazz-Musik kommen im hohen Raum der Kirche grossartig zur Geltung - vielleicht besser als in allen anderen Räumen! In jeder Improvisation erlebte man auch eine grosse Linie, eine Steigerung und ein Verklingen gegen den Schluss hin. Wenn man bedenkt, dass da drei Musiker miteinander improvisieren, also drei Gehirne, drei Gemüter sich äussern, wird einem klar, welche Zusammenarbeit, welches Aufeinanderhören hier nötig ist.... Der nächsten Improvisation des Trios lag das Thema der vorher gespielten Reger-Fuge, eine fallende Melodie, zugrunde. Hier, wie auch bei den Improvisationen über Themen von Klaus Koenig, staunte man über die Zusammenarbeit der drei Interpreten und bewunderte die originellen Einfälle..... Den grossartigen Schluss machte Bachs grosses Präludium und Fuge in C-Dur, ein Spätwerk des Meisters. Gerade weil man vorher eben Improvisationen gehört hatte, wirkte nun die strenge Geformtheit und Einheit des Bach'schen Werkes besonders stark. Die Gegenüberstellung der beiden Musikauffassungen war wohl hier am deutlichsten - und damit war auch das Ziel diese Abends erreicht. (vn). (Quelle unbekannt).

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